Handball, Frauen-Bundesliga Elfen setzen auf mehr Variabilität

Leverkusen · Die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen empfangen am Sonntag (18 Uhr) die HSG Bensheim/Auerbach. Zoe Sprengers kehrt in den Kader zurück.

 Zoe Sprengers (mit Ball) ist gegen die HSG Bensheim/Auerbach wieder an Bord.

Zoe Sprengers (mit Ball) ist gegen die HSG Bensheim/Auerbach wieder an Bord.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Rund dreieinhalb Wochen sind seit der alles in allem verschmerzbaren Niederlage bei Titelverteidiger Borussia Dortmund vergangen. Einmal müssen Bayers Handballerinnen nun vor der nächsten längeren Unterbrechung der Bundesliga – für die WM in Spanien – noch antreten. Zur ungewohnten Anwurfzeit um 18 Uhr ist am Sonntag der Tabellennachbar HSG Bensheim/Auerbach zu Gast in der Ostermann-Arena (Livestream auf www.handball-deutschland.tv). Und für diese Partie haben Trainer Martin Schwarzwald und seine Elfen sich eine Menge vorgenommen.

Neben dem natürlichen Ehrgeiz, mit dem der Trainer und seine Schützlinge grundsätzlich jede Partie gewinnen möchten, haben sie dabei auch die WM-Pause im Visier. In die möchten sie nach einem bis hierhin holprigen Start in die Spielzeit möglichst mit einem Erfolgserlebnis als Belohnung für die harte Arbeit und Ansporn für die weiteren Aufgaben.

Zumindest ein wenig Bestätigung konnten sie vor der letzten Unterbrechung aus der starken Vorstellung samt Halbzeitführung in Dortmund ziehen. Wie es ist, nach 30 Minuten gegen den BVB in Front zu liegen, weiß freilich auch der Gegner, dem dieses Kunststück eine Woche zuvor gelungen war – jeweils mit dem besseren Ende für den amtierenden Meister. „Bensheim ist eine echte Wundertüte und darum ganz schwer einzuschätzen. Und es lässt sich schlecht voraussagen, an welcher Art von Tag man sie erwischt. Wenn sie in ihr Tempospiel kommen und von der Euphorie getragen werden, sind sie schwer zu schlagen“, sagt Schwarzwald.

Diese Beschreibung trifft so aber nicht nur auf die von der früheren Leverkusenerin Heike Ahlgrimm trainierten Flames zu, bei denen mit Vanessa Fehr seit Sommer eine weitere Ex-Elfe zwischen den Pfosten steht. Sie passt auch auf die Schwarzwald-Sieben. Beide Teams einen nicht zuletzt auch die magere Punktausbeute (Bensheim hat fünf Zähler, einen mehr als Bayer), einige gute Vorstellungen gegen Top-Teams und bittere Aussetzer (Elfen-Pleiten im Pokal in Waiblingen oder in der Liga bei Neuling Zwickau oder die 22:34-Niederlage der Flames in Buxtehude).

Um beim Aufeinandertreffen das bessere Ende für sich zu haben, hielten die Elfen in den vergangenen Wochen das Pensum hoch. „Was den Druck angeht, konnten wir etwas verschnaufen, aber wir haben hart gearbeitet“, betont Schwarzwald. Im Fokus stand dabei insbesondere das Feilen an einer der wichtigsten Baustellen: der bislang oft fehlenden Variabilität im Angriff. Hier sieht der Trainer sein Team auf einem sehr guten Weg – obwohl er und seine Mannschaft auch in der Pause nicht von weiteren Ausfällen verschont blieben. Zumeist handelte es sich aber um kleinere Blessuren und Erkältungen, bei denen die Leverkusenerinnen mit Blick auf die Corona-Pandemie kein Risiko eingehen wollten.

Am Sonntag hat Schwarzwald wieder etwas mehr Auswahl als zuletzt. Die pfeilschnelle und treffsichere Linksaußen Zoe Sprengers, die zuletzt schmerzlich vermisst wurde, ist wieder an Bord. Auch einige der vor der Pause angeschlagenen Spielerinnen sind wieder voll einsatzfähig. Noch zu früh kommt die Partie für Lilli Holste und Loreen Veit, bei denen ein Comeback Ende Dezember angestrebt ist. Ob auch Mariana Ferreira Lopes und Fanta Keita (beide Kreuzbandriss) diese Saison noch einmal auf dem Feld stehen werden, ist dagegen fraglich.

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