TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen retten dank Herzschlagfinale einen Punkt

Remis im vorletzten Saisonspiel : Für die Elfen ist Europa zum Greifen nah

Durch ein 24:24 gegen Verfolger Blomberg-Lippe überholen die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 in der Tabelle Borussia Dortmund. Die Chancen auf eine Europapokalteilnahme stehen damit vor dem letzten Spieltag gut.

Das war nichts für schwache Nerven: In einem Herzschlagfinale sicherten sich Bayers Handballerinnen einen wichtigen Punkt. Durch das 24:24 (11:15) gegen Verfolger Blomberg-Lippe hielten sie nicht nur den noch immer punktgleichen Gegner auf Distanz, sondern überholten auch Borussia Dortmund. So gehen sie als Tabellenfünfter in den letzten Spieltag. Damit stehen die Chancen exzellent, dass die Leverkusenerinnen am Samstag den Dreikampf der NRW-Teams um den begehrten Platz für sich entscheiden, der für die Europapokal-Qualifikation vermutlich reichen wird.

Ähnlich eng wie die Partie in der Ostermann-Arena war nach Spielende die Entscheidung über die Ehrung zur „Elfe des Tages“. Denn ein Duo stand stellvertretend für eine furiose Aufholjagd nach der Pause. Torhüterin Vanessa Fehr und Spielmacherin Zivile Jurgutyte drückten der Partie im zweiten Durchgang ihren Stempel auf, obwohl beide zunächst auf der Bank saßen. In der Schlussminute standen sie jedoch im Mittelpunkt.

Zunächst glich Bayers beste Schützin Jurgutyte 70 Sekunden vor Spielende mit ihrem achten Treffer aus, dann krönte auch Fehr ihre famose Leistung. Ihre erste Parade pfiffen die Unparteiischen noch zurück und entschieden auf Freiwurf. Nur eine halbe Minute war noch auf der Spieluhr, als ihr dann die ersehnte Glanztat gelang. Sie vereitelte nicht nur die Führung der Gäste, sondern fing den Ball sogar – Höchststrafe für die Schützin. Dieses Mal hatten die Schiedsrichter, deren Pfiffe immer wieder für Ärger auf der Leverkusener Bank sorgten, keine Einwände.

Mitten in den Jubel der Elfen und ihrer Anhänger über die Rettungstat platzte Trainer Robert Nijdam mit seiner Auszeit. Der Trainer wollte 22 Sekunden vor dem Ende vor allem für Ruhe sorgen und einem Flüchtigkeitsfehler vorbeugen. Mit Erfolg. Den Ball gab das Team des Niederländers nicht mehr her. Und das war angesichts der Ausgangslage das Wichtigste. Da ließ es sich problemlos verschmerzen, dass Kim Berndts Versuch mit auslaufender Spielzeit nicht drin war. Zumal ein Sieg nach diesem Verlauf wohl auch einen Hauch zu viel gewesen wäre.

„Das war ein wirklich gerechtes Unentschieden“, waren sich Nijdam und Blombergs Trainer Steffen Birkner einig. Die erste Hälfte ging klar an die Gäste, die wacher, sortierter wirkten. Die Elfen dagegen – vor der Pause noch fahrig und fehlerhaft – drehten im der zweiten Hälfte mächtig auf. Hinten ließ Fehr im Verbund mit einer nun deutlich verbesserten Abwehr kaum noch etwas zu. Angetrieben von Jurgutyte zeigten die Elfen nun temporeiches Kombinationsspiel – und hatten hin und wieder auch das nötige Quäntchen Glück, etwa bei Treffern durch die Beine der Blomberger Keeperin.

„Entscheidend war für mich, dass wir nach der Pause endlich als Einheit aufgetreten sind“, betonte Nijdam. Das wieder einmal mit viel Herzblut kämpfende und verletzungsgeplagte Elfen-Team sehnt nun das Saisonende herbei. „Wir pfeifen kräftemäßig auf dem letzten Loch. Jetzt wollen wir noch einmal alles raushauen“, sagt Nijdam.

Elfen Kurzke, Fehr – Jurgutyte (8), Zschocke (1), Potocki, Souza (1), Kämpf (1), Bruggeman (2), Hodel (1), Berndt (2), Jo. Rode (5/4), Je. Rode (3), E. Rode.

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