TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen legen in Bensheim rechtzeitig den Schalter um

30:27-Sieg : Elfen legen in Bensheim gerade rechtzeitig den Schalter um

Erst stand das Auswärtsspiel der Bundesliga-Handballerinnen auf der Kippe, doch dann besann sich das Team von Trainer Robert Nijdam auf seine Stärken.

Das hatte sich Jennifer Rode zweifellos anders vorgestellt. Von der Bank musste die Nationalspielerin in Diensten von Bayers Handballerinnen machtlos mit ansehen, wie die Gastgeberinnen der HSG Bensheim/Auerbach den scheinbar so sicheren Vorsprung der Elfen Tor um Tor verkürzten – bis zum Ausgleich in der 45. Minute (18:18). Umso erleichterter zeigte sie sich, dass  ihre Teamkolleginnen dann doch noch den Schalter umlegten und mit dem 30:27 (14:8) doch noch den vierten Sieg im sechsten Ligaspiel einfuhren.

Die älteste der drei Rode-Schwestern war über 20 Minuten zum Zuschauen verdammt, weil sie mit  ihrer dritten Zeitstrafe (19., 25., 39.) des Feldes verwiesen wurde. Aber die vorübergehende Schwächephase der Elfen alleine an der Roten Karte festzumachen, wäre zu einfach. Insgesamt zeigten sich die Gäste nach bis dahin überzeugender Leistung und sechs Toren Vorsprung nach dem Seitenwechsel wie von der Rolle. „Wir haben zu viele Fehler gemacht, zu viele Gegenstöße zugelassen und waren insgesamt viel zu hektisch“, kritisierte Coach Robert Nijdam.

Zur Freude des Niederländers besannen sich seine Schützlinge gerade noch rechtzeitig auf ihre Stärken. Daran hatte die zweite aktuelle Nationalspielerin im Bayer Trikot erheblichen Anteil. Zwei ihrer insgesamt neun Treffer erzielte die überragende Mia Zschocke just nach dem Ausgleich zum 18:18 – und auch insgesamt kehrte wieder deutlich mehr Ruhe ins Leverkusener Offensivspiel ein.

Annefleur Bruggeman erwies sich als guter Ersatz für Jennifer Rode, die bis zu ihrem Ausschluss – abgesehen von den Zeitstrafen – eine durchweg starke Leistung gezeigt und sich vor allem als Vorbereiterin ausgezeichnet hatte. Davon profitierte insbesondere Kreisläuferin Anna Seidel, die mit acht Treffern zweitbeste Schützin der Gäste an diesem Abend. „In Bensheim zu bestehen, ist alles andere als einfach. Deshalb bin ich sehr froh über diesen Sieg“, sagte Elfen-Coach Nijdam – und erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal an das vorangegangene Gastauftritt: „Das war unser schlimmstes Spiel letztes Jahr.“ Durch den Erfolg zogen er und sein Team am Gegner vorbei, der bis dahin durch die bessere Tordifferenz hauchdünn vor  ihnen lag.

Bevor die Liga eine Pause einlegt und zumindest auf Zschocke die WM-Teilnahme mit dem DHB-Team wartet, bekommen es die Elfen ein weiteres Mal mit einem punktgleichen Tabellennachbarn zu tun. Am Sonntag ist die TuS Metzingen (ebenfalls 8:4 Punkte) zu Gast in der Ostermann-Arena.   

Elfen Fehr, Kurzke (1) – Thomaier, Jurgutyte (1), Seidel (8), Zschocke (9), Souza, Bruggeman (1), Kinlend, Einarsdottir, Huber (3/3), Adams, Jo. Rode (2), Je. Rode (2), E. Rode