TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen gewinnen mit Mühe gegen den TV Nellingen

Frauenhandball-Bundesliga : Elfen überzeugen erst nach der Halbzeit

Gegen das Schlusslicht der Frauenhandball-Bundesliga, den TV Nellingen, begann das Team von Trainer Robert Nijdam zunächst fahrig und fand erst spät zu seiner Linie. Mit Blick auf eine mögliche Europapokalqualifikation sammelten die Spielerinnen des TSV jedoch wichtige Punkte.

Auch eine Stunde nach dem Schlusspfiff konnte sich Trainer Robert Nijdam noch nicht komplett erklären, wieso Bayers Bundesliga-Handballerinnen beim Pflichtsieg gegen Schlusslicht TV Nellingen zwei so deutlich unterschiedliche Halbzeiten gezeigt hatten. Unter dem Strich zählte jedoch vor allem eins: Durch den 28:22-Erfolg wahren die Elfen alle Chancen auf Platz vier und damit die Europapokal-Qualifikation. Die Leverkusenerinnen haben die Nase im Dreikampf mit dem Buxtehuder SV und Borussia Dortmund sogar hauchdünn vorn.

Doch Nijdam wehrt sich entschieden gegen Gerede über die mögliche Rückkehr auf die europäische Handball-Bühne. „Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel denken“, bemüht er eine geläufige Floskel – allerdings aus gutem Grund. Die personelle Situation macht eine seriöse Planung äußerst schwierig. Auch gegen den Tabellenletzten war der Elfen-Coach zur Improvisation gezwungen. Spielmacherin Zivile Jurgutyte musste wegen Knie-Problemen aussetzen. Jennifer Souza stand nach ihrer Ellenbogenblessur zwar wieder im Kader, wurde sicherheitshalber aber nicht eingesetzt. Und Sally Potocki (Schulterverletzung) war auch noch weit von ihrer normalen Schaffenskraft entfernt. Hinzu kommen die drei Langzeitverletzten Jennifer Karolius, Anna Seidel und Naina Klein. „So ein Verletzungspech habe ich noch nicht erlebt“, betonte der Coach der Elfen.

Umso beachtlicher ist die Saison, die sein junges Team spielt – ungeachtet vom Ausgang des Endspurts um Platz vier. Dass das nicht einfach wird, zeigte die erste Hälfte, nach der sich die Leverkusenerinnen bei ihrer überragenden Torfrau Nele Kurzke bedanken konnten, dass die Seiten nur mit einem Zwei-Tore-Rückstand gewechselt wurden. „Wir haben im ersten Durchgang einfach nicht aggressiv genug verteidigt“, kritisierte Übungsleiter Nijdam.

Das danach verbesserte Defensivverhalten war für ihn der Schlüssel zur Wende. Plötzlich lief es auch vorne wieder rund, wo die Gastgeberinnen sich in den ersten 30 Minuten mehr als 20 technische Fehler und vermeidbare Fehlwürfe geleistet hatten. „Über das Tempospiel haben wir einfache Tore gemacht und uns so das nötige Selbstbewusstsein geholt“, analysierte Nijdam. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff lagen seine Schützlinge wieder in Front und bauten ihren Vorsprung rasch weiter aus.

„Wir haben im zweiten Durchgang richtig guten Handball gespielt und endlich gezeigt, was wir können“, betonte der Niederländer. Jetzt hoffen er und die Leverkusenerinnen, dass am Wochenende in Bensheim/Auerbach Zivile Jurgutyte wieder in den Kader zurückkehrt – und die Elfen von weiteren personellen Rückschlägen verschont bleiben.

Elfen Kurzke, Fehr – Zschocke (6), Potocki, Souza (n.e.), Kämpf (1), Bruggeman, Hodel, Berndt, Berger (3), Jo. Rode (4/3), von Pereira (3), Je. Rode (9), E. Rode (2).