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TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen gehen Spiel in Neckarsulm zu locker an

Handball, Frauen-Bundesliga : Elfen lassen Ernsthaftigkeit vermissen

In der Frauenhandball-Bundesliga kassiert der TSV Bayer 04 eine vermeidbare Niederlage bei der Neckarsulmer Sport-Union. Leverkusens Trainer Michael Biegler hadert im Nachgang des 26:30 mit der Einstellung seiner Schützlinge.

Nur eine Woche nach der Feier des Pokalerfolgs bei der Neckarsulmer Sport-Union waren es beim Wiedersehen in der Liga Bayers Handballerinnen, die ihrem Gegner beim Jubeln zuschauen mussten. Coach Michael Biegler war nach der ersten Niederlage überhaupt gegen die NSU sichtlich bedient. Für ihn stand fest, dass seine Schützlinge sich das 26:30 (14:12) in allererster Linie selbst zuzuschreiben hatten.

An Fehlern und Unzulänglichkeiten mangelte es tatsächlich nicht beim zweiten Gastspiel in der Ballei binnen acht Tagen – und das begann für Biegler schon vor dem Anwurf. „Wir haben das Spiel eher als lockeren Betriebsausflug genommen. Wir waren zum Anpfiff nicht da“, schimpfte er über die Grundeinstellung seiner Bundesliga-Mannschaft. Die Folgen des Schlendrians zum Start waren schnell auch am Spielstand abzulesen: Nach den ersten zehn Angriffen standen die Gäste bei erst drei Treffern. Danach wurde es etwas besser, aber noch lange nicht gut.

Dennoch bekam Bayer vorübergehend die Kurve und ging nach einem sehenswerten Unterhand-Treffer von Annefleur Bruggeman sogar mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause. Aber kurz nach dem Seitenwechsel war es mit dem Zwischenhoch der Elfen schon wieder vorbei – just in dem Moment, in dem es eigentlich danach aussah, als hätten sie die Partie endgültig gedreht. Nach Bruggemans zweitem Treffer betrug die scheinbar beruhigende Führung beim Stand von 17:13 vier Treffer. Doch dann griff Neckarsulm auf ein Konzept zurück, mit dem sie schon im Pokalspiel zwischenzeitlich Erfolg hatten: enge Deckung gegen eine Schlüsselspielerin.

War es eine Woche zuvor noch Mia Zschocke, die per Sonderbewachung wirksam aus dem Spiel genommen wurde, verordnete NSU-Trainerin Tanja Logvin diesmal einen Begleitschutz für Spielmacherin Zivile Jurgutyte. Obwohl diese Umstellung nicht überraschend kam, brachte sie die Leverkusenerinnen aus dem Konzept. Nur einmal gingen sie nach dem 17:17 noch in Führung, dann zog Neckarsulm davon. Bis zu sechs Tore betrug der Abstand schließlich (19:25, 20:26) – und näher als zwei Treffer (25:27) kam die Biegler-Sieben trotz eines kurzen Laufs nicht mehr heran. Immer, wenn die Möglichkeit bestand, in Schlagweite zu kommen, häuften sich unerklärlicherweise die Fehler.

Nicht nur in dieser Phase kamen die Gäste nicht mit der eher verteidigerfreundlichen Regelauslegung der Unparteiischen zurecht und handelten sich ein ums andere Mal Ballverluste durch Offensivfouls ein. Das waren freilich keine einfachen Voraussetzungen für ein Team, das viel über das Eins gegen Eins kommt.

Es spricht für Biegler, dass er darüber ebenso wenig klagte wie über die Tatsache, dass er personell neben dem Ausfall der verletzten Mareike Thomaier und Fanta Keita auch auf die formstarke Zoë Sprengers weitgehend verzichten musste, die wegen Knieproblemen ausschließlich für Siebenmeter auf das Feld kam. Auf Linksaußen jedoch wurde sie schmerzlich vermisst.

Einen Lichtblick brachte der ansonsten gebrauchte Abend in der Neckarsulmer Ballei am Ende doch noch für Leverkusens Handballerinnen mit sich. Als richtig der Wurm drin war, gab Biegler Junior-Elfe Pia Terfloth die Chance auf Rechtsaußen – und das Talent nutzte die Gelegenheit. Sie erwies sich als Belebung und brachte drei ihrer vier Würfe im Tor unter.

Elfen Graovac, Fehr – Jurgutyte (6), Hinkelmann, Sprengers (5/5), Zschocke (2), Holste, Souza (3), Kämpf, Bruggeman (2), Polsz, Einarsdottir (2), Huber (3), Cormann, Terfloth (3).