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TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen gehen mit Mini-Kader ins Ligaspiel

Handball, Frauen-Bundesliga : Elfen gehen mit Mini-Kader ins Spiel

Die Quarantäne der Bundesliga-Handballerinnen ist beendet – aber nur für Spielerinnen, die nicht mit dem Coronavirus infiziert waren. Für das anstehende Ligaspiel bleibt ein minimales Aufgebot.

Die ungewohnte Freiheit fühlte sich für Martin Schwarzwald fast wie ein Geschenk an. Denn pünktlich zu seinem 35. Geburtstag durfte der Trainer von Bayers Handballerinnen nach zwei Wochen Corona-Quarantäne endlich wieder das Haus verlassen. Zusätzlich versüßt wurde dem Übungsleiter dieser Umstand dadurch, dass nach 14 Tagen mit Ersatz-Einheiten über Zoom-Videokonferenzen gleich auch wieder ein echtes Training auf dem Programm stand – selbstverständlich erst nach vorherigen Corona-Tests aller Beteiligten.

Die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Samstag bei Buchholz 08-Rosengarten (19 Uhr, live auf www.handball-deutschland.tv) fiel damit äußerst kurz aus. Die Einheiten in kleiner Besetzung gaben zudem einen Vorgeschmack auf die überschaubare Reisegruppe, die in die Lüneburger Heide aufbrechen wird. Neben Schwarzwald lief die Quarantäne nur für die Spielerinnen aus, die vom Corona-Virus nicht betroffen waren. Zusammen mit den vier Nationalspielerinnen, die den Ausbruch durch ihre jeweiligen WM-Play-offs verpassten, ergibt das voraussichtlich eine dünne Personaldecke von gerade einmal sechs Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen.

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Bis die acht Elfen mit Corona-Befund und zum Teil deutlichen Symptomen wieder aus dem Haus, geschweige denn auf dem Feld stehen dürfen, könnten Wochen vergehen. Das Auffüllen mit Talenten aus dem Kader der Junior-Elfen scheidet ebenfalls aus, weil die aktuell um den Einzug ins Finalturnier um die Deutsche Meisterschaft kämpfen – und einige Spielerinnen zusätzlich mitten in ihren Abitur-Prüfungen stecken.

Es wird am Samstag und in den folgenden Partien also ziemlich sicher viel Durchhaltevermögen und reichlich Improvisation gefragt sein. Dennoch wollen Coach Martin Schwarzwald und der Verein weitere Spielverlegungen vermeiden. Denn das würde das stressige Programm für die nächsten Wochen wohl weiter verkomplizieren. „Deshalb wollen wir alles daran setzen, das jetzt durchzuziehen und die anstehenden Spiele einigermaßen ordentlich über die Bühne bekommen“, betont der Trainer.

Neben den Herausforderungen am Ende der alten Spielzeit stehen bei den Elfen auch die Planung für die kommende Saison auf dem Programm. Langsam aber sicher nimmt der Kader Gestalt an. Nun gab der Verein die Verpflichtung von Emilia Ronge bekannt. Das 17-jährige Talent für Rechtsaußen kommt vom sächsischen Zweitligisten HC Rödertal. Managerin Renate Wolf beschreibt die Neue als „talentierte, ehrgeizige Nachwuchsspielerin, die in der 2. Bundesliga ihr Können gezeigt hat und uns gut tun wird.“

Schwarzwald beeindruckte, wie die Schülerin, die ab Sommer in Leverkusen auch die 11. Klasse des Sportinternats besuchen wird, trotz ihres Alters schon Verantwortung übernommen hat. Ronge gehörte zu den wenigen Lichtblicken in einem ansonsten enttäuschenden Rödertaler Team und überzeugte auch beim Probetraining in Leverkusen. Für Bayer entschied sie sich nicht zuletzt aufgrund des erfolgreichen Nachwuchskonzepts der Elfen („das hat mich von Anfang an überzeugt“) und der guten Spiel- und Trainingsbedingungen („die haben mich beeindruckt und begeistert“). Auch menschlich scheint es zu passen: „Ich freue mich auf ein tolles Team mit tollem Teamgeist und möchte mich in Leverkusen sportlich und persönlich weiterentwickeln.“