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TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen feiern Saisoneröffnung mit Zuschauern

Hoher Planungsaufwand : Elfen feiern Saisoneröffnung mit Zuschauern

Die Handballerinnen aus Leverkusen empfangen am Sonntag (16 Uhr) das Spitzenteam Thüringer HC in der Ostermann-Arena. 300 Zuschauer sind zur Generalprobe vor dem Bundesliga-Auftakt zugelassen.

Momentan hat der Tag für Renate Wolf eindeutig zu wenig Stunden. Neben all den üblichen sowie bisweilen zeitraubenden Aufgaben der Managerin von Bayers Bundesliga-Handballerinnen und der intensiven Vorbereitung auf den Ligastart hält sie seit Wochen die Vorbereitung für die Saisoneröffnung auf Trab. Am Sonntag ist es endlich so weit. Dann empfangen die Elfen das Spitzenteam des Thüringer HC in der Ostermann-Arena (Anwurf: 16 Uhr). In Zeiten von Corona ist ein solches Spiel vor Zuschauern eine echte logistische Herausforderung.

Darum ist es aktuell eher die Regel als eine Ausnahme, wenn sich Wolf erst nach zwölf und mehr Stunden in und um die Halle auf den Heimweg macht – ebenso gestresst wie unterzuckert, weil sie den gesamten Tag nicht zum Essen gekommen ist. Aber über die extreme Belastung möchte sie sich nicht beklagen. Denn die Vorfreude auf das Wiedersehen mit den Elfen-Fans, auf die sie und die Spielerinnen fast ein halbes Jahr verzichten mussten, ist schlicht zu groß. „Unser Publikum haben wir sehr vermisst“, betont Wolf.

Exakt 300 Zuschauer dürfen nun zum Spiel gegen den THC – mehr lässt das Corona-Schutzkonzept nicht zu. Im Vorfeld anmelden müssen sich die Besucher nicht für die Partie, sehr wohl aber dort registrieren. Und der Mund-Nasen-Schutz muss durchgängig und überall getragen werden – außer am Platz selbst. Zudem müssen gewöhnliche Zuschauer diesmal mit dem Oberrang vorliebnehmen. Der Innenraum der Ostermann-Arena samt unterem Rang ist den Teams, Verantwortlichen und „Edel“-Fans vorbehalten. Für die gibt es auch diesmal einen VIP-Bereich, aber nicht in den üblichen Räumlichkeiten – deren Belüftung in Zeiten von Corona nicht ausreicht –, sondern in einem Teil des Innenraums. Auf Speisen müssen Fans des Teams von Michael Biegler verzichten. Angeboten werden können nur Getränke.

„Ich bin froh, wenn dieser Tag vorbei ist und wir genau schauen können, was gut geklappt hat und wo wir uns noch verbessern können oder müssen“, sagt Wolf. Reichlich Anregungen und Tipps für die eigene Generalprobe nahm sie beispielsweise vom Testspielbesuch in Buxtehude oder vom Turnier bei Kooperationspartner TV Beyeröhde mit. Eines steht schon vor dem Sonntag fest: Bei der Zahl der ehrenamtlichen Helfer ist noch Luft nach oben. Interessenten können sich gerne bei Wolf und den Elfen melden. Denn eine Reihe der üblichen Unterstützer fallen derzeit aus, weil sie zur Corona-Risikogruppe zählen oder aus Angst vor dem Virus nicht zur Verfügung stehen.

Ein Probelauf für die Liga soll die Saisoneröffnung nicht nur organisatorisch, sondern auch sportlich sein. Und hier ist Wolf mit der Entwicklung des Teams durchaus zufrieden. „Beim Spiel in Bad Wildungen sah das schon wirklich gut aus“, sagt die Managerin und Co-Trainerin. In einem Bereich freilich zeigte auch diese Partie noch Verbesserungsbedarf. „Defensiv klappte das Zusammenspiel – gerade im ersten Durchgang – noch nicht so gut. Da müssen wir uns noch verbessern.“

Viel Freude machen der Chef-Elfe die drei Neuen. Rückraum-Ass Fanta Keita und Linksaußen Zoë Sprengers finden sich menschlich wie sportlich gut zurecht und erweisen sich bislang in jeglicher Hinsicht als echter Gewinn. Sie werden ziemlich sicher mehr Spielzeiten erhalten als die junge Rechtsaußen Jule Polsz. Das Eigengewächs hat aus Wolfs Sicht „eine Menge Potential“, soll aber behutsam aufgebaut werden.