TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen erfüllen ihren Teil für den Europapokal

Sieg zum Abschluss : Elfen erfüllen ihren Teil für den Europapokal

Der Sieg gegen Neckarsulm ist der krönende Abschluss einer Saison, die auf Platz fünf endet – und womöglich ins internationale Geschäft führt.

Das Publikum in der Ostermann-Arena wollte gar nicht aufhören, in die Hände zu klatschen. Minuten nach Ende der letzten Partie einer starken Spielzeit feierten die Zuschauer Bayers Handballerinnen und deren Coup. Mit dem 27:20 (16:9)-Sieg über die Neckarsulmer Sportunion sicherten sich die Elfen zum Saisonfinale Rang fünf in der Bundesliga – und verwiesen damit einige Teams mit mehr Erfahrung und deutlich größerem Etat auf die Plätze. Das könnte sich im Laufe der nächsten Wochen noch bezahlt machen.

Worauf sie sehnlich hoffen, das zeigten die Schützlinge von Trainer Robert Nijdam dem Anhang. Von irgendwo her hatten sie sich zwei Fahnen mit den Logos der EHF und des EHF-Pokals organisiert und präsentierten sie stolz. Tatsächlich stehen die Chancen gut, dass Bayer 04 in der kommenden Saison nach mehrjähriger Pause wieder europäisch spielt.

Aber woher kamen die Flaggen? Sie stammen aus dem Fundus der Elfen. „Wir werfen halt nichts weg“, sagte Teammanagerin Jutta Ehrmann-Wolf. Bayers Erfolgstrainer nahm derweil zwar gerne Glückwünsche für eine trotz großer Verletzungssorgen „sehr, sehr guteN Saison“ seines Teams entgegen – aber Gratulationen für die Europacup-Qualifikation will er erst dann akzeptieren, wenn die auch tatsächlich feststeht. Dass der Jubel der Elfen vergleichsweise verhalten ausfiel, hatte allerdings nichts damit zu tun, dass sie warten müssen, ob sie in der neuen Spielzeit international unterwegs sein werden. Es war dem folgenden Programmpunkt geschuldet. Gleich fünf Elfen wurden nach der Partie verabschiedet.

Den Klub verlassen im Sommer Amelie Berger (Bietigheim), Kim Berndt (Rosengarten-Buchholz), Sally Potocki (zurück nach Australien) und Aimee von Pereira (nach Dänemark). Während diese vier die Verabschiedung noch einigermaßen gefasst hinter sich brachten, konnte sich Jennifer Karolius die ein oder andere Träne nicht verkneifen.

Sie beendet ihre aktive Laufbahn und bleibt den Elfen als Trainerin im Nachwuchs erhalten. Dabei werden ihr sicherlich die Erfahrungen als Nijdams Assistentin helfen. In dieser Rolle brachte sich die verletzte Spielführerin in dieser Saison ein und wurde für diesen Einsatz nicht nur mit der emotionalen Verabschiedung geehrt, sondern auch zur „Elfe des Tages“ gekürt – obwohl sie natürlich auch gegen Neckarsulm nicht auf dem Feld stehen konnte.

Ingesamt beutelten in dieser Saison zahlreiche schwere Verletzungen das junge Leverkusener Team. Das hofft jetzt, dass diese unheilvolle Pechsträhne nicht auch noch zum Abschluss zugeschlagen hat und die Knieverletzung von Jennifer Kämpf nach der Untersuchung nicht so dramatisch ist, wie befürchtet. „Die Saison war toll, aber hat gerade am Ende auch viel Kraft gekostet. Deshalb sind wir heilfroh, dass jetzt Pause ist – und hoffen sehr, dass wir nächstes Jahr etwas weniger Verletzungssorgen haben“, sagte Nijdam. Und selbstredend wünscht auch er sich eine Teilnahme am Europapokal.

Elfen Kurzke, Fehr – Jo. Rode (6/4), Je. Rode (5), Zschocke (5), Hodel (2), E. Rode (2), Bruggeman (2), Kämpf (2), Berndt (2), Souza (1), Potocki, Jurgutyte, Berger (nicht eingesetzt).

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