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TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen bringen Borussia Dortmund ins Schwitzen

Handball, Frauen-Bundesliga : Elfen bringen BVB ins Schwitzen

Beim Meister Borussia Dortmund führen die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen trotz vieler Ausfälle zur Pause, verlieren am Ende aber mit 24:30.

Das schwere Auswärtsspiel beim Meister und Nachbarn Borussia Dortmund konnte Martin Schwarzwald nur im Internet-Livestream verfolgen. Denn eine Erkrankung hatte den Trainer von Bayers Handballerinnen außer Gefecht gesetzt. Was er über das Netz zu sehen bekam, sorgte trotz der (nicht ganz unerwarteten) Niederlage für gute Laune. Denn beim 24:30 (15:12) in der Sporthalle Wellinghofen boten die Leverkusenerinnen dem haushohen Favoriten lange Zeit Paroli. Sie sorgten für einige Aufregung bei BVB-Coach André Fuhr, der sich ärgerte, dass seine Warnung vor den Elfen nicht mehr Gehör fand – was dadurch begünstigt wurde, dass den Gästen der Start in die Partie misslang. „Ich hatte das Gefühl, dass wir Leverkusen nach zehn Minuten sträflich unterschätzt haben“, sagte er. Danach habe sich sein Team das Leben selbst schwer gemacht.

Positiv überrascht über die Steigerung nach dem mäßigen Start (3:7 nach elf Minuten) zeigten sich dagegen Schwarzwald vor dem Bildschirm und seine Co-Trainerin Natasha Kuhfuß (den Fans besser bekannt unter ihrem Mädchennamen Kocevska) am Spielfeldrand. „Das war wirklich eine tolle Vorstellung des Teams“, schwärmte der Coach. Zurecht: Bayer kam zunehmend besser rein, kämpfte sich heran, übernahm die Führung und baute sie bis zur Pause gar auf drei Treffer aus (15:12).

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Nach dem Seitenwechsel drehte Dortmund auf, aber der Außenseiter wehrte sich nach Kräften und konnte eine Viertelstunde vor dem Ende beim Stand von 20:21 noch von einem Coup träumen. „Leider haben uns am Ende ein wenig die Kräfte gefehlt“, bedauerte Kuhfuß. Einig war sie sich mit Schwarzwald, dass das Resultat etwas zu deutlich ausfiel.

Deren Leistung war umso bemerkenswerter, weil zusätzlich zu den Langzeitverletzten Fanta Keita, Mariana Ferreira Lopes und Lilli Holste, erneut auch Zoe Sprengers und kurzfristig die erkrankte Torfrau Kristina Graovac passen mussten und aus der Jugend nur Pia Terfloth aushelfen konnte, die ihre Sache jedoch insbesondere in der Abwehr gut machte. Im laufenden Spiel wurde dann auch noch Loreen Veit in der 42. Minute für ein Foul an Ex-Elfe Amelie Berger vom Feld gestellt.

Unter dem Strich überwog die Freude über eine starke Teamleistung und eine gute Moral die verständliche Enttäuschung, dass die Leverkusenerinnen leer ausgingen. „Wir können eine Menge Positives mitnehmen für die kommenden Aufgaben. Auf diese Leistung können wir aufbauen“, befand Kuhfuß – und Schwarzwald stimmte dieser Einschätzung zu.

Ein Sonderlob übermittelte der Trainer am nächsten Morgen an Nela Zuzic für die starke Leistung der Torfrau, die mit 16 Paraden, davon zwei Siebenmeter, über 35 Prozent der Bälle auf ihren Kasten halten konnte – und mit einigen guten Pässen im Tempospiel Anteil daran hatte, dass Bayer zur Pause vorne lag. „Für sie freut es mich ganz besonders, dass sie zeigen konnte, was in ihr steckt. Für uns war das keine große Überraschung. Wir wissen ja, wozu sie in der Lage ist – deshalb haben wir sie im Sommer verpflichtet“, sagte der Elfen-Coach.

Auf ihn und sein Team warten nun dreieinhalb Wochen Pause, eine Partie gegen Bensheim, und dann eine noch längere Unterbrechung für die WM. „Diese Zeit ist wertvoll, wir werden sie intensiv nutzen“, sagte Schwarzwald.

Elfen Zuzic, Humpert – Thomaier (3), Jurgutyte (3), Hinkelmann (3),
Klein (7), Cormann (1), Bruggeman (1), Kaludjerovic, Ronge, Terfloth,
Huber (6/3), Veit, Klobucar.