TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen bleiben in Blomberg chancenlos

24:36-Niederlage : Elfen bleiben in Blomberg chancenlos

Bayers Bundesliga-Handballerinnen enttäuschen beim Auswärtsspiel auf ganzer Linie und verlieren deutlich.

Das hat gesessen: Statt des erwarteten engen Duells sahen die Zuschauer Duells von Bayers Handballerinnen bei der HSG Blomberg-Lippe eine überraschend einseitige Partie – zum Nachteil der Gäste vom Rhein. 24:36 (14:18) unterlagen die Elfen. Und die anschließende Pokalauslosung verlief auch alles andere als nach Wunsch. Da ist es vielleicht gerade gut, dass der enge Terminplan keine Zeit lässt, sich intensiv mit dem deprimierenden Abend in der Ulmenhalle zu beschäftigen.

Schon heute geht es ins über 1100 Kilometer Luftlinie entfernte Debrecen. Beim ungarischen Spitzenklub DVSC Schaeffler bestreitet das Team von Trainer Robert Nijdam dann am Samstag das Hinspiel in der 2. Runde des EHF-Pokals. Und es versteht sich von selbst, dass sich die Leverkusenerinnen deutlich steigern müssen, wollen sie nicht schon beim ersten Treffen mit dem zweimaligen Europapokalsieger von 1995 und 1996 nicht schon die Chancen auf ein Weiterkommen verspielen.

„Heute haben wir es einfach nicht gut gemacht. Offensiv wie defensiv lief es überhaupt nicht“, lautete Nijdams ebenso kurze wie prägnante Zusammenfassung der Mängelliste. Und nicht einmal die zuletzt so starken Keeperinnen Nele Kurzke und Vanessa Fehr zeigten sich in der Lage, Blombergs Angriffswirbel wirksame Gegenwehr zu leisten. Beim Pokalsieg in Bad Wildungen landeten noch nur zwei von acht Siebenmetern des Gegners im Tor – Blombergs Kamila Kordovska jedoch verwandelte alle elf Strafwürfe und war insgesamt 15 mal erfolgreich. Eine so deutliche Überlegenheit hätte nicht einmal HSG-Coach Steffen Birkner für möglich gehalten. „Wir haben uns zwar viel vorgenommen, aber ein Sieg mit zwölf Toren Vorsprung übertrifft selbst unsere kühnsten Träume“, betonte er.

Gar nicht nach Wunsch lief es für Nijdam und seine Schützlinge nicht nur während der 60 Minuten Spielzeit. Auch die anschließende Auslosung für das Achtelfinale des DHB-Pokals hätte deutlich besser laufen können. Der Elfen-Coach hatte sich ein Heimspiel gewünscht, oder wenigstens ein Auswärtsspiel bei einem der leichteren Gegner. Losfee Franziska Müller bescherte Bayer 04 jedoch ein Auswärtsspiel beim ambitionierten Nachbarn Borussia Dortmund, der im Sommer personell kräftig aufgerüstet hat.

Mit einem Gegner von Format bekommen es die Leverkusenerinnen freilich auch schon am Samstag zu tun. Denn neben einem halben Dutzend aktueller und ehemaliger ungarischer Nationalspielerinnen verfügt „Loki“ (wie das Team genannt wird) über weitere Auswahlkräfte aus Mazedonien, Argentinien und der Slowakei – und durch die sehr regelmäßigen Teilnahmen am Europapokal auch über reichlich internationale Erfahrung auf Klubebene.

Elfen Kurzke, Fehr – Je. Rode (6), Jo. Rode (6/1), Huber (4/3), Seidel (3), Zschocke (2), Kinlend (1), Jurgutyte (1), Bruggeman (1). Thomaier, Souza, Einarsdottir, Adams, E. Rode.