Para-Leichtathletik Léon Schäfer holt Doppel-Gold

Leverkusen · Der Parasportler des TSV Bayer 04 dominiert bei den Weltmeisterschaften in Japan. Insgesamt kommt das Team aus Leverkusen auf vier Mal Gold und zwei Mal Silber.

 Léon Schäfer hält die deutsche Fahne hoch.

Léon Schäfer hält die deutsche Fahne hoch.

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die Para-Weltmeisterschaften im japanischen Kobe waren aus Sicht des TSV Bayer 04 ein voller Erfolg. Léon Schäfer verteidigte seinen Titel im Weitsprung und gewann erstmals auch über die 100 Meter. Teamkollege Markus Rehm sicherte sich ebenfalls im Weitsprung die Goldmedaille und Johannes Floors gewann über 400 Meter.

Für seinen WM-Titel über 100 Meter bekam Schäfer ein Sonderlob von Bundestrainerin Marion Peters. Der Leverkusener hatte das Ziel in deutscher Rekordzeit (12,03 Sekunden) erreicht und trotzdem nur mit zwei Hundertstel Sekunden Vorsprung gewonnen. „Es war hauchdünn, aber das sind die Battles, die wir sehen wollen, die auch die Zuschauer begeistern, die Athleten brauchen, um sich zu pushen und um weiterzukommen. Das war genial“, sagte sie.

Die Japanerin Tomomi Tozawa, die bei Erik Schneider trainiert, gewann im Weitsprung und über 100 Meter Silber. Im Weitsprung musste sie sich nur Vanessa Low geschlagen geben, die beim TSV Bayer 04 mit der Para-Leichtathletik angefangen hat und die mittlerweile für Australien startet.

Die Leverkusenerin Jule Roß war indes die Entdeckung der WM für Bundestrainerin Peters. Die 17-Jährige lief über 400 Meter mit deutschem Rekord zur Paralympics-Norm, belegte Rang vier und stellte auch über 100 Meter als Sechste eine persönliche Bestzeit auf. Dazu wurde sie im Weitsprung Achte und über 200 Meter Neunte. „Sie hat sich innerhalb kürzester Zeit einen Stand erarbeitet, der eigentlich unglaublich ist“, sagte Peters. „Da sieht man, dass diese Dynamik einer WM zu einer enormen Leistungssteigerung beiträgt. Sie geht mit richtig positiven Emotionen nach Hause.“

TSV-Speerwerferin Lise Petersen wurde in einem schweren Wettkampf Sechste, Noah Bodelier mit einer beeindruckenden Weite im Weitsprung Vierter vor dem Griechen Stelios Malakopoulos, der im Weitsprung wie auch über 400 Meter Fünfter – dort in persönlicher Bestzeit – wurde.

Mit Blick auf die Paralympics in Paris haben bereits sieben Leverkusener die geforderte Norm erbracht: neben Roß (400 Meter) bei der WM zuvor schon Irmgard Bensusan (200 Meter), Nele Moos (400 Meter), Bodelier (Weitsprung), Floors (100 und 400 Meter), Rehm (Weitsprung) und Schäfer (Weitsprung und 100 Meter).

„Die Top-Athleten haben wie immer abgeliefert und auch der Nachwuchs mit Jule Roß und Noah Bodelier hat mit herausragenden Leistungen geglänzt. Darüber hinaus haben wir zwei deutsche Rekorde erzielt. Wir hoffen, dass unser deutsches Team für Paris mit bis zu acht Leuten doch größer wird als erwartet“, sagte TSV-Parasport-Geschäftsführer Jörg Frischmann. Neben der verbesserten Petersen dürfen sich auch Leverkusens internationale Athleten Tozawa (Japan), Elena Kratter (Schweiz) und Stelios Malakopoulos (Griechenland) berechtigte Paralympics-Hoffnungen machen. Der Deutsche Behindertensportverband verkündet am 19. Juli die Mannschaft für die Paralympics in Paris.

(RP)
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