TSV Bayer 04 Leverkusen: Die Giants haben in der ProB ein Luxusproblem

Play-offs sind sicher : Die Bayer Giants haben ein Luxusproblem

Die Zweitliga-Basketballer treten am Samstag bei den Panthers Schwenningen an. Es ist ein Topspiel ohne sportlichen Druck.

Vier Spiele müssen die Bayer Giants vor Beginn der Play-offs noch absolvieren. Der erste Platz in der ProB Süd ist den Leverkusener Basketballern aber nicht mehr zu nehmen. „Besser geht es nicht“, sagt Trainer Hansi Gnad. „Nicht mal die kühnsten Optimisten hatten das vor Saisonbeginn erwartet.“ Ein kleines Problem bringt die Situation allerdings mit sich: Bei den Giants gilt es, die Spannung aufrechtzuerhalten. „Diesen Luxus hätten andere auch gerne“, ist sich der Coach sicher.

Die weite Tour ins etwa 470 Kilometer entfernte Schwenningen würde sich Gnad am liebsten sparen. „Weil es im Endeffekt um nichts geht“, sagt der 55-Jährige. Doch immerhin gemütlich wird die Mannschaft zur Partie am Samstag (20 Uhr) reisen. „Wir haben diesmal einen besonderen Bus mit extrem großen Abstand zwischen den Sitzreihen“, freut sich der Coach.

Der sportliche Druck ist bei der Mannschaft angesichts der Tabellensituation raus. „Ich habe schon letzte Woche im Training einiges umgestellt und mehr Wert auf Kondition gelegt“, erläutert der Trainer. „Das hat uns am Wochenende in Ulm (83:68) nicht geschadet.“ Dass es seine Mannschaft nun zu unbekümmert angehen könnte, befürchtet der ehemalige Spitzen-Basketballer nicht. „Die Luft ist bei den Jungs ganz und gar nicht raus. Alle sind nach wie vor heiß aufs Gewinnen.“

Eine Niederlage wäre zwar kein Beinbruch, „aber wir fahren da nicht hin, um locker aufzuspielen“, stellt Gnad klar. „Ich hätte ein großes Problem damit, wenn die Einstellung fehlen würde. Aber davon ist bei der Mannschaft in dieser Saison überhaupt noch gar nichts zu sehen gewesen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass sich das noch ändert.“ Freilich würden die Giants lieber heute als morgen in die Play-offs um den Aufstieg in die ProA starten. Ein Monat Geduld ist jedoch noch gefragt.

Um in Schwenningen zu bestehen, benötigen die Leverkusener eine ordentliche Vorstellung. Die Schwarzwälder stehen mit zwölf Siegen und sechs Niederlagen auf dem zweiten Rang hinter den Giants. Zuletzt gewann die Truppe das Topspiel bei den Frankfurt Skyliners Juniors mit 75:65. In Rasheed Lee More und Bill Borekambi hat die Mannschaft mit 21,9 beziehungsweise 16,6 Punkten im Schnitt zwei Topscorer in ihren Reihen. Zwei weitere Spieler liegen bei etwa zehn Zählern pro Partie, doch in der Breite sind die Schwenninger längst nicht so stark aufgestellt, wie die Giants.

Komplett wird Bayer aber nicht antreten. Marian Schick fehlt wegen Oberschenkelproblemen. Die Einsätze von Tim Schönborn und Ron Mvouika, die sich in Ulm Blessuren zugezogen hatten, sind fraglich. „Ein Risiko werde ich in unserer Situation natürlich auf keinen Fall eingehen“, betont Gnad, der eventuell sogar auf die beiden Youngster Lennard Winter und Lars Thiemann verzichten wird. Beide treten in der Nachwuchs-Bundesliga am Sonntag ab 13 Uhr zum Spitzenspiel gegen Frankfurt an. „Wenn ich auf sie verzichten kann, werde ich das machen. Denn wir werden erst sehr spät in der Nacht zum Sonntag zurück sein“, sagt Gnad. Seine Entscheidung hängt auch davon ab, ob Schönborn und Mvouika auflaufen können.

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