TSV Bayer 04 Leverkusen: Die Giants gewinnen neuntes Heimspiel in Folge

Neunter Sieg im neunten Heimspiel : Giants finden über die Defensive ins Spiel

Mit 88:77 gewinnt der Tabellenführer der ProB gegen die Dragons Rhöndorf. Es war nicht immer ein schönes, aber umkämpftes Duell.

Die Atmosphäre in der Ostermann-Arena war eines Derbys angemessen. Die Bayer Giants begrüßten mit 1158 Zuschauern so viele wie noch nie in dieser ProB-Saison. Die Stimmung war hitzig, was sich auf das sportliche Geschehen übertrug. Denn wie aus einem Guss agierte der Spitzenreiter gegen die abstiegsbedrohten Dragons Rhöndorf nur selten. Trotzdem fand die Mannschaft, die auf den angeschlagenen Marian Schick verzichten musste, über eine ordentliche Deckung den Weg zum 88:77-Sieg.

Von Anfang an hakte das Angriffsspiel der Leverkusener Basketballer. Ein Fehlpass von Nino Celebic hatte die Gäste-Führung als Konsequenz. In der Folge verwarfen Tim Schönborn und Nick Hornsby, so dass die Hausherren mit 0:6 hinten lagen. Zwar holten sie dieses Defizit durch Dennis Heinzmann, Hornsby und Valentin Blass auf, doch die Trefferquote blieb unter dem Saisonschnitt von 45,7 Prozent. Nur 13 von 38 Versuchen fanden in der ersten Hälfte ihr Ziel. Insbesondere bei den vermeintlich einfachen Abschlüssen für zwei Punkte blieben die Giants mit 37 Prozent hinter den Erwartungen.

Dass sie vor der Halbzeitpause trotzdem stets knapp in Front blieben, lag vor allem daran, dass auch die Rhöndorfer nur mäßig effizient spielten und weniger Rebounds holten. Neun offensive Abpraller sicherten sich die Leverkusener, um zweite Chancen zu generieren, die sie manchmal dann auch nutzten. Die Gäste holten in den ersten 20 Minuten nur zwei Rebounds unter dem gegnerischen Korb.

Mit 38:37 führten die Giants zur Pause. Eine Steigerung war nötig, um den engagierten Tabellenvorletzten in die Schranken zu weisen. Das klappte zwar nicht unbedingt in der Offensive, doch in der Defensive stellte das Team die Rhöndorfer vor schwierige Aufgaben. Und im Angriff wurde es mit zunehmender Spieldauer zumindest etwas einfacher. Denn die Dragons hatten in den ersten beiden Vierteln viele Fouls begangen. Während des dritten Durchgangs hatten bereits zwei Spieler vier Fouls auf dem Konto und mussten sich entsprechend zurücknehmen.

Knotenlöser war Tim Schönborns Dreier zum 61:51. Es war die erste Zehn-Punkte-Führung des Tabellenführers, der nun befreiter aufspielte. Hornsby sicherte sich einen Rebound und versenkte auf der anderen Seite. Auch Lars Thiemann und Michael Kuczmann bewiesen in dieser Phase ein sicheres Händchen. Der Rhöndorfer Widerstand war nach dem 70:51 gebrochen.

So durfte das heimische Publikum im letzten Durchgang zwar kein Basketball-Fest feiern, doch am neunten Sieg im neunten Heimspiel bestand kein Zweifel mehr. Die Leverkusener Abschlussquote fiel mit 43 Prozent zwar besser aus als zur Halbzeit, das Spiel wirkte optisch aber weiterhin zerfahren. Immerhin Ron Mvouika sorgte mit tollen Abschlüssen noch für ein paar Highlights. Begeistert klang Trainer Hansi Gnad nicht, doch er lobte seine Mannschaft für das dritte Viertel: „Da haben wir so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten – und gut verteidigt.“

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