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TSV Bayer 04 Leverkusen: Bei den Elfen hakt es im Angriffsspiel

Handball, Frauen-Bundesliga : Bei den Elfen hakt es im Angriffsspiel

Die Bundesliga-Handballerinnen des TSV unterliegen in Buxtehude und müssen nun am Mittwoch in Metzingen ran – nicht viel Zeit, um die Mankos in der Offensive zu beheben.

Nur wenige Sekunden waren noch auf der Spieluhr, da zerstörte Paulina Goller alle Träume von Bayers Bundesliga-Handballerinnen auf eine glückliche Wende. Sie blockte den Wurf von Fanta Keita und sicherte ihrem Buxtehuder SV ein knappes und sicher auch etwas glückliches 17:16 (6:7). „Ein Unentschieden hätten wir schon verdient, aber wir haben in den entscheidenden Phasen einfach zu viele Fehler gemacht“, räumte Renate Wolf ein.

Es waren Szenen wie der völlig unnötige Fehlpass im Gegenstoß kurz vor der Pause, an die die Managerin und Co-Trainerin der Elfen dabei dachte. Oder der Übermut von Mia Zschocke, die kurz nach einem gelungenen Heber gleich noch mal – und diesmal vergeblich – ein solches Kunststück versuchte, statt eine erfolgversprechendere Variante zu versuchen.

Augenfälligster Unterschied beim Duell zweier sichtlich verunsicherter Teams mit hoher Fehlerquote war Buxtehudes Torgefahr aus dem Rückraum, vor allem in der entscheidenden Phase der Partie – eine Dimension, die Bayers Spiel aktuell nicht aufweist. Und diese Defizite kann auch Mareike Thomaier nicht beheben. Aber natürlich fehlte die verletzte Jung-Nationalspielerin den Elfen offensiv schmerzlich. Nun hoffen die Verantwortlichen darauf, dass das Eigengewächs Anfang der Woche vom Arzt eine günstige Prognose erhält.

Für das Nachholspiel in Metzingen am Mittwoch wird Thomaier so oder so noch kein Thema sein. Auch ohne sie muss eine weitere Leistungsteigerung her, wollen die Leverkusenerinnen nach zwei Niederlagen in der Fremde zumindest im dritten Gastspiel in Serie etwas Zählbares mitnehmen. Erste Ansätze von Fortschritt waren in Buxtehude deutlich zu erkennen, obwohl die Freude darüber durch das bittere Ende des lange zähen und am Ende spannenden Klassikers natürlich getrübt wurde.

Defensiv erinnerte die Leistung allen voran im ersten Durchgang wieder an gute Tage. Und es war der starken Abwehr ebenso zu verdanken wie der erneut überragenden Keeperin Kristina Graovac, dass Buxtehude im ersten Durchgang nur sechs Treffer erzielte. Aber das nutzt natürlich nicht viel, wenn es in der Offensive so hakt wie beim Team von Michael Biegler. Gegen den formierten Angriff fiel den Elfen lange nicht viel ein – und selbst als sich das etwas besserte, war die Fehlerquote immer noch viel zu hoch.

„Daran müssen und werden wir weiter arbeiten“, sagte Wolf. Bis zum Gastspiel in Metzingen am Mittwoch bleibt dazu allerdings zu wenig Zeit. Und so bleibt zu hoffen, dass dort die Hochbegabten wie Mia Zschocke oder Jennifer Souza ihre große Klasse nicht nur hier und da andeuten, sondern durchgängig aufs Feld bringen. Denn die überzeugende Zivile Jurgutyte, mit Svenja Huber mit jeweils vier Treffern beste Schützin der Elfen, war im Angriff viel zu oft auf sich alleine gestellt.

Das Elfenspiel muss in der Offensive auf mehr Schultern verteilt werden, wenn eine Überraschung in Metzingen gelingen soll. Der TuS hat geschafft, was Bayer noch vollbringen will und sich nach schwachem Saisonstart inzwischen berappelt – und unter anderem knapp in Buxtehude gewonnen.

Nach dem Nachholspiel in Metzingen am Mittwoch freuen sich die Elfen auf ihr erstes Heimspiel seit Anfang September. Am Sonntag ist Bad Wildungen zu Gast.