TSV Bayer 04 Leverkusen: Bayer Giants steigen in die ProA auf

Sieg im Halbfinale der Play-offs : Nick Hornsby führt die Giants zum Aufstieg

Bei LOK Bernau holen die Basketballer 21 Punkte Rückstand auf, um mit einem 101:97-Sieg den Aufstieg in die ProA perfekt zu machen.

Nach der ersten Halbzeit deutete vieles darauf hin, dass die Bayer Giants im Halbfinale der ProB-Play-offs ein entscheidendes drittes Spiel bestreiten müssen. Die Basketballer lagen bei LOK Bernau 33:52 hinten. „In der Kabine wurde es dann etwas lauter,“ berichtete Trainer Hansi Gnad. Die Mannschaft zeigte eine passende Reaktion, stellte die Partie komplett auf den Kopf, gewann 101:97 und besiegelte mit dem 2:0-Erfolg in der Serie den sportlichen Aufstieg in die ProA. „Auf der Rückfahrt war die Stimmung entsprechend gut“, sagte Gnad.

Mit nur acht Spielern waren die Gastgeber angetreten. Franz Wagner und Jonas Mattisseck fehlten, weil sie für Alba Berlin in der Bundesliga ran mussten. Dafür war Robert Kulawick, der bei der ersten Begegnung in Leverkusen krankheitsbedingt gefehlt hatte, wieder dabei – und was die Bernauer anpackten, funktionierte zunächst. Sie führten zwischenzeitlich mit 21 Punkten Unterschied und verwandelten in der ersten Hälfte 55 Prozent ihrer Drei-Punkte-Versuche. „Dazu haben sie uns zu schlechten Abschlüssen gezwungen“, konstatierte Gnad. „Man kann schon sagen, dass sie uns vorgeführt haben.“

Neben Gnads ungewohnt lauter Kabinenansprache nahm auch Nick Hornsby das Heft in die Hand. Der US-Amerikaner motivierte seine Mitspieler in einer Ansprache und hatte großen Anteil daran, dass niemand frühzeitig aufgab. Mit gutem Beispiel ging Hornsby voran. Er sicherte nicht nur 13 Rebounds, sondern war mit 26 Punkten gleichzeitig auch bester Leverkusener Korbjäger. „Nick war fast an jeder unserer Aktionen beteiligt. Er hat hervorragend gespielt“, bescheinigte Gnad.

Nach und nach kamen die Gäste heran und drehten das Duell im letzten Viertel endgültig. Tim Schönborn, der ein Mal mehr eine starke Partie lieferte, versenkte den Dreier zum 76:75, der ersten Giants-Führung in dem umkämpften zweiten Spiel der „Best-Of-Three“-Serie. Leverkusen hatte nun die besseren Karten. Die Bernauer gerieten mit ihrem Mini-Kader Schwierigkeiten und verloren durch Fouls zwei ihrer Spieler, während die Giants – wie so oft – mit beinahe ihrer gesamten Kader-Breite weiterhin Druck ausüben konnten. Zum Schluss wurden die Gäste immer wieder an die Freiwurf-Linie geschickt. Doch sie behielten die Nerven und feierten im 600 Kilometer entfernten Bernau den Sprung in die ProA.

Für die höhere Spielklasse gilt es nun, die Voraussetzungen zu schaffen. Denn der finanzielle Aufwand ist höher. „Wir müssen zum Beispiel zwei zusätzliche hauptamtliche Jobs schaffen und haben insgesamt mehr Spiele“, erläutert Gnad. Dazu dürfen in der höherklassigen 2. Liga drei US-Amerikaner auf dem Feld stehen. In der ProB ist es einer. „Die Weichen müssen wir nun stellen, damit wir den Aufstieg, den sich Club, Mannschaft und Fans verdient haben, auch wahrnehmen können.“

Ganz beendet ist die ProB-Saison nach dem Erreichen des großen Ziels aber noch nicht. Anfang Mai finden noch zwei Finalspiele gegen den Sieger des zweiten Halbfinals statt. Im Duell zwischen den Baskets Münster und den Panthers Schwenningen steht es 1:1. Eigentlich dürfen die Giants als besser platziertes Team das zweite und gleichzeitig letzte Saisonspiel zu Hause absolvieren. Allerdings läuft die Planung nicht komplett reibungslos. „Da gibt es aber leider terminliche Probleme, weil die Ostermann-Arena belegt ist“, sagt Gnad. Trotzdem besteht noch die Hoffnung, am 1. Mai auswärts und bereits zwei Tage später am Freitagabend zu Hause anzutreten. „Das wäre der schönste Saisonabschluss“, bertont der Coach.

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