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TSV Bayer 04 Leverkusen: Anna Seidel und Jennifer Rode sagen den Elfen Adieu

Abgänge fix : Seidel und Rode sagen den Elfen Adieu

Nach der Saison müssen die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer zwei prominente Abgänge verkraften: Anna Seidel und Jennifer Rode suchen neue Herausforderungen. Letzteres wartet auf die Elfen am Samstag gegen Bietigheim.

Eigentlich wollten sich Bayers Handballerinnen nach der klaren Niederlage gegen Buxtehude nun für das schwierige Auswärtsspiel bei Titelverteidiger Bietigheim am Samstag wieder auf ihre Stärken konzentrieren. Aber nun sorgt die Planung für die nächste Saison für einige Unruhe. Denn zwei der wichtigsten Elfen haben beschlossen, den Verein zu verlassen. Spielführerin Anna Seidel und Torjägerin Jennifer Rode suchen eine neue Herausforderung.

Wohin es die Leistungsträgerinnen zieht, steht noch nicht fest. Neben deutschen Top-Teams soll aber auch ein Wechsel ins Ausland eine Option sein. „Das ist für uns natürlich ein schwerer Verlust, aber die Entscheidung trifft uns nicht ganz unvorbereitet“, sagt Managerin und Trainerin Renate Wolf. Die Planung, wie auf die Wechsel reagiert wird, sei weit über die Sondierungsphase hinaus. „Wir werden zu gegebener Zeit Vollzug melden.“

Mit Seidel verlässt die dienstälteste Elfe den Verein. Seit 2011 trägt die 24-jährige gebürtige Bottropperin das Bayer-Trikot. Zunächst in der Jugend, schnell auch im Bundesliga-Team, reifte sie zur Leistungsträgerin und trägt inzwischen sogar die Kapitänsbinde. Ab dem Sommer muss Coach Michael Biegler nun auf die Kreisläuferin verzichten, die er als damaliger Bundestrainer einst 2016 in den erweiterten Kreis der DHB-Auswahl berufen hat.

Zu diesem illustren Kreis zählt auch Rückraum-Ass Jennifer Rode. Die Linkshänderin wechselte 2014 aus Bensheim nach Leverkusen, wo sie ihr Abitur am Sportinternat machte und sich handballerisch rasch weiterentwickelte. Aktuell ist sie mit 64 Treffern erfolgreichste Feldtorschützin des Teams. Mit ihrem Weggang wird auch eine Besonderheit ein Ende finden. Denn noch stehen drei Rode-Schwestern für Bayer 04 auf dem Feld. Das hat es in der Bundesliga vorher nicht gegeben. Dass mit Jennifer nun die älteste aus dem Trio die Elfen verlässt, wirft die Frage auf, wie und ob es mit ihren Schwestern Elaine und Joanna weitergeht.

Bei der Besetzung der offenen Stellen dürfte Rodes Position im rechten Rückraum wohl Priorität besitzen, weil Bayer hier anders als bei Seidels Platz am Kreis (wo Hildigunnur Einarsdottir noch ein Jahr Vertrag hat) intern nicht schon prominenter Ersatz bereitsteht.

Angesichts der Neuigkeiten aus der Kaderplanung fällt es schwer, sich auf die nächste sportliche Aufgabe zu konzentrieren. Und die hat es in sich. Bietigheim ist amtierender Meister und gilt als einziges Team, das Spitzenreiter Dortmund noch stoppen könnte. „Das ist eine echte Weltauswahl“, betont Wolf. Favorit sei Bayer ganz deutlich nicht. Um überhaupt eine Chance zu haben, müssten die Leverkusenerinnen sich am Samstagabend freilich anders präsentieren als zuletzt gegen Buxtehude, wo sie nach zuvor starken Leistungen und vier Siegen in Serie in allen Bereichen enttäuschten.

Vorbild für einen möglichen Coup muss vielmehr der überraschende Erfolg gegen den Thüringer HC sein. Da traten die Elfen als geschlossene Einheit auf und riefen ihr volles Potential ab. Das wird auch gegen Bietigheim notwendig sein. Allerdings ist der Titelverteidiger noch einmal ein anderes Kaliber als der THC. „Wir werden dennoch alles versuchen“, versichert Wolf. Ein Satz, der so ganz sicher auch für die Suche nach einem starken Ersatz für Seidel und Rode stehen könnte.