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TSV Bayer 04 Leverkusen: 15-Minuten-Blackout der Elfen kostet Punkte

Handball, Frauen-Bundesliga : 15-Minuten-Blackout der Elfen kostet Punkte

Die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 unterliegen bei der Neckarsulmer Sport-Union 29:36. Die Aufholjagd nach einer Schwächephase vor der Halbzeit kommt für die Leverkusenerinnen zu spät.

Die Dienstreise nach Baden-Württemberg hatten sich Trainer Martin Schwarzwald und seine Schützlinge zweifellos anders vorgestellt. Im Gastspiel bei der Neckarsulmer Sport-Union erwischten Bayer Bundesliga-Handballerinnen eine gebrauchten Tag und kassierten vor der prächtigen Kulisse von 728 größtenteils entzückten Zuschauern in der Ballei-Sporthalle eine herbe und in dieser Höhe auch völlig unerwartete 29:36 (13:22)-Niederlage.

Bei der Nachbereitung der Partie wird der Fokus wohl auf der Viertelstunde vor der Halbzeitpause liegen. Denn da gerieten die Leverkusenerinnen regelrecht unter die Räder und zeigten sich völlig von der Rolle, ehe die Halbzeitsirene sie erlöste. „Das war ein kollektiver Totalausfall. In dieser Phase haben wir das Spiel hergeschenkt. Da sind wirklich alle Dämme gebrochen“, fand der Elfen-Coach deutliche Worte. Selbst mehrere Wechsel und zwei Auszeiten vor dem Seitenwechsel halfen nicht.

Als Naina Klein die Gäste in der 16. Minute mit 8:7 in Front brachte, durfte Schwarzwald sich noch über eine bis dahin ordentliche Leistung mit einem sogar noch etwas zu kleinen Vorsprung freuen. Aber dann verlor sein Team komplett den Faden. In etwas weniger als 14 Minuten mit einem 0:7-Negativlauf zum Start setzte es für Bayer 15 Gegentreffer – und die resultieren zumeist aus Gegenstößen der NSU, die ihren Ursprung in verpatzten Elfen-Angriffen hatten. Deutlich häufiger als die Glanztaten der Heim-Torhüterin Sarah Wachter (44 Prozent gehaltene Bälle zur Pause) waren dabei die Sequenzen, in denen es gegen die offensive Deckung der Gastgeberinnen erst gar nicht zu einem Abschluss kam.

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  • Xhana Djokovic (l.) im Angriff.

Foto:
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Ein Großteil der insgesamt sechs Steals des Gegners und der 15 technischen Fehler der Elfen wurde in dieser rabenschwarzen Viertelstunde notiert. Bis zu zehn und beim Seitenwechsel noch neun Tore Rückstand erwiesen sich trotz einer deutlichen Steigerung und einer zwischenzeitlichen Aufholjagd am Ende als zu große Hypothek für den zweiten Durchgang.

In den starteten die Elfen mit dem Mut der Verzweiflung und ungebrochener Moral. „Wir haben in der Pause klar gesagt, dass wir nun nichts mehr zu verlieren haben und – ohne Blick auf das Ergebnis – noch einmal alles versuchen wollen“, betonte Schwarzwald. Das gelang zunächst überraschend gut. Tor um Tor kam das TSV-Team heran und in der 46. Minute verkürzte Leverkusens beste Schützin Zoe Sprengers noch einmal auf 25:27. Drei Mal ergab sich anschließend sogar die Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Als der nicht gelang, forderte die Aufholjagd ihren Tribut. „Wir mussten ein sehr hohes Tempo gehen, um noch einmal heranzukommen. Das hat viel Kraft gefordert. Dann fehlten am Ende eben etwas die Körner und die Konzentration.“

Das gilt freilich nicht für die Viertelstunde vor der Pause, die am Dienstag anlässlich der Nachbetrachtung noch einmal zu sehen sein wird. Bei der Studie des 15-minütigen „Horrorfilms“ wird es Schwarzwald zufolge vor allem darum gehen, „schnell und effektiv aufzuarbeiten, wie es nach einem ordentlichen Start zu so etwas kommen konnte“.

Graovac, Zuzic – Thomaier (5/3), Jurgutyte (1), Hinkelmann (2), Sprengers (10/3), Holste (2), Klein (7), Cormann, Bruggeman (1), Ronge, Veit (1).