TSV Baye 04: Leverkusens Parasportler glänzen bei WM in Dubai

WM 2019 : Leverkusens Parasportler übertreffen in Dubai die Erwartungen

Die paralympischen Athleten des TSV Bayer gewinnen acht Medaillen bei der WM in Dubai – und so viele Titel wie seit 2011 nicht mehr.

 Jörg Frischmann ist mit der WM In Doha (Katar) mehr als zufrieden. „Die Ergebnisse haben meine Erwartungen übertroffen. Mit sechs Titeln konnte wir unser Rekordergebnis von 2011 einstellen“, sagt der Geschäftsführer der paralympischen Abteilung des TSV Bayer. „Aus meiner Sicht ist es die erfolgreichste WM der Vereinsgeschichte, da das Niveau an der Weltspitze ein neues Level erreicht hat.“ Doch nach der WM sei vor den Paralympics 2020: „Nun geht es in eine kurze Pause, bevor dann die Vorbereitung für Tokio beginnt.“

Zum Abschluss in Doha setzte Johannes Floors den Schlusspunkt unter das denkwürdige Turnier. In 45,78 Sekunden lief er zu Gold über 400 Meter – und verbesserte dabei zudem seinen Weltrekord um exakt eine Sekunde. „Es war ein geiles Gefühl, ins Ziel zu kommen und die fünf vor dem Komma zu sehen“, sagte der paralympische Top-Athlet, der auch über 100 Meter den Weltrekord hält und ganz oben auf dem Treppchen stand (10,54).

Irmgard Bensusan hatte zuvor die erste Medaille für das deutsche Team geholt. Die 28-Jährige passierte bei 26,93 Sekunden über 200 Meter die Ziellinie und wirkte zunächst enttäuscht. Die geborene Südafrikanerin dachte, sie wäre Zweite geworden – wie so oft zuvor in ihrer Karriere. Sie nahm die deutsche Fahne und posierte für die Fotografen, immer noch in dem Glauben, Silber gewonnen zu haben. Doch beim ersten Interview wurde sie gefragt, wie sich der Sieg anfühle. Eine irritierte, aber kurze Nachfrage später kannte die Freude kaum noch Grenzen: „Ich bin es wohl zu sehr gewohnt, Silber zu gewinnen“, kommentierte sie selbstironisch. Auch über 100 Meter schaffte sie es in ihrer Starterklasse auf Platz eins (12,86).

Zwischen der ersten und letzten Leverkusener Medaille in den Vereinigten Arabischen Emiraten lagen viele weitere Erfolge. Léon Schäfer sicherte sich erstmals in seiner Karriere den WM-Titel in seiner Paradedisziplin Weitsprung (6,90 Meter). Aber über seine Silbermedaille über 100 Meter konnte er sich anfangs nur bedingt freuen, denn für Gold fehlten dem Weitsprung-Weltmeister bei 12,34 nur 0,2 Sekunden.

In der Klasse T64 war zudem Medaillenfavorit Markus Rehm erfolgreich. Seine 8,17 Meter im Weitsprung reichten zum fünften WM-Titel in Folge – mit einer Weite, die auch für den Sieg bei den Paralympics 2016 in Rio reichte. Damit gewann der 31-Jährige bei Paralympics, Welt- und Europameisterschaften sein elftes Weitsprung-Gold und bleibt unbesiegt in seiner Disziplin. „Ich hoffe, ich kann hier und da noch eine Medaille hinzufügen“, sagte er. „In Dubai ging es nicht um die Weite, sondern um den Titel – und das hat gut funktioniert.

Die Bronzemedaille für Felix Streng über 100 Meter (T64) komplettierte den Leverkusener Medaillenreigen.

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