Fußball : Titelkämpfe bieten kuriose Szenen

Missglückte Flaschenwürfe, Feldspieler im Tor, zweistellige Siege – das Auftaktwochenende der Leverkusener Stadtmeisterschaften im Fußball beim TuS Roland Bürrig kann mit so mancher Skurrilität aufwarten. Rein sportlich fallen bereits die ersten Vorentscheidungen.

Sommerwetter im erfreulichen Sinne konnte der TuS Roland Bürrig als Gastgeber den Zuschauern an den ersten Spieltagen der Leverkusener Stadtmeisterschaft nicht bieten. Im Gegenteil: Die Partien des ersten Tages mussten wegen Gewitter sogar unterbrochen werden. Dafür bekamen die Zuschauer eine Menge Unterhaltung geboten. Diesbezüglich tat sich insbesondere der Samstag hervor. Der begann mit einem Torfestival: Ein volles Dutzend schenkte der FC Leverkusen (bis vor kurzem noch als FC Rheindorf bekannt) unter seinem neuen Coach Daniel Galic dem bedauernswerten Außenseiter FC Opladen in einem höchst ungleichen Duell ein.

Auf Augenhöhe begegneten sich anschließend die ersatzgeschwächte Reserve des SV Schlebusch mit den reaktivierten David Gsella (eigentlich Karriere beendet) sowie Frank Sittig (Alte Herren-Mannschaft) und der SSV Alkenrath, der im Laufe des Duells dezimiert wurde. Auf fußballerisch bescheidenem Niveau geführt hatte die Partie, die 1:1 endete, zumindest packenden Kampf und kuriose Szenen zu bieten. Die erste gab es bereits vor der Partie zu sehen. Die von einem Teamkollegen geworfene Wasserflasche flutschte Alkenraths Ersatzkeeper Marvin Glowatz durch die Torwart-Handschuhe, landete an dessen Kopf und verursachte eine stark blutende Platzwunde. Das sollte etwas mehr als 25 Minuten darauf noch eine Rolle spielen. Zunächst parierte Gsella einen (umstrittenen und von Sascha Becker getretenen) Strafstoß (26.) und leitete mit seiner Beinabwehr gleich einen Konter ein, der ebenfalls zu einem Elfmeter führte. Da Keeper Marco Zohar wegen seiner Notbremse des Feldes verwiesen wurde und Glowatz wegen seiner Verletzung fehlte, stellte sich Feldspieler Falko Steinert zwischen die Pfosten – und hielt gleich den Strafstoß des gefoulten Florian Richter, der zuvor und in Folge mehrere gute Gelegenheiten ausließ. Erst nach einem abgefälschten Schuss, den Steinert nur abklatschen konnte, überwand der Schlebuscher Angreifer den Aushilskeeper (76.). Spätestens mit dem anschließenden Platzverweis für Alkenraths Kevin Fei (wegen Ballwegschlagens) schien die Partie entschieden. Doch der SSV kam – passend zum kuriosen Spielverlauf – mit acht Feldspielern noch zum Ausgleich durch Becker (83.).

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Während er und seine Teamkollegen das Remis wie einen Sieg feierten, waren die Schlebuscher bedient. "So einen Mist tue ich mir nicht nochmal an", schimpfte Gsella. Und Trainer Marcus Engels meinte: "Ich kann mir etwas Besseres in der Vorbereitung vorstellen als das hier. Mehr will ich dazu nicht sagen". Abgerundet wurde der zweite Turniertag durch ein leistungsgerechtes 1:1 zwischen Bürrig und Neukirchen.

Dass die Eindrücke vom Turnier nicht immer einen Rückschluss auf die grundsätzliche Spielstärke und Form zulassen, dafür dürften die Schlebuscher das wohl prominenteste Beispiel sein. Andersherum setzte der FC Leverkusen, nach dem Aufstieg ebenso wie Alkenrath neuer Ligakonkurrent der SVS-Reserve in der Kreisliga A, eine deutliche Duftmarke. Mit 18:0 Toren nach zwei Begegnungen führen sie das Klassement der Gruppe A an. Auch für die Liga müssen sie mit diesem Kader als einer der Topfavoriten gelten. Wie ambitioniert der FCL ist, zeigt schon die Tatsache, dass bei der Stadtmeisterschaft gemunkelt wurde, dass eine Verpflichtung von Hayro Maslar (früher VfL Leverkusen, Bayer II) nur am Veto seines Klubs Bergisch Gladbach 09 gescheitert ist, der auf die Dienste des Mittelfeldasses auch für die Regionalliga setzt.

(kre)