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Steinhaus und Allard glänzen beim Leichlinger Reit- und Fahrverein

Dressurprüfungen : Reiterinnen zeigen in der Balker Aue ihr Können – auch online

Die Coronakrise zwingt Vereine, neue Wege zu gehen. Der Leichlinger Reit- und Fahrverein setzte bei seinem Dressurturnier auf Digitalisierung.

Der Leichlinger Reit- und Fahrverein hatte Glück: Am letztmöglichen Termin vor der neuerlichen Corona-Pause, die bisweilen auch „Lockdown light“ genannt wird, fand sein Dressurturnier statt. Die Gelegenheit nutzten namhafte Reiterinnen (und einige Reiter), um ihre Pferde vorzustellen.

Doch vor wem? Die wenigen Begleiter, die auf die Reitanlage an der Balker Aue durften, kennen Ross und Reiter ja ohnehin bereits. Aber nicht nur die unter strikten Hygienebedingungen durchgeführte Pferdeleistungsschau, bei der keine Zuschauer erlaubt waren, war anders als ein gewöhnliches Turnier. Alles, was irgendwie mit dem Kontakt zwischen Menschen nicht notwendig war, wurde vermieden. Maskenpflicht bestand ohnehin.

Die Leichlinger machten aus der Not eine Tugend: Das Turnier wurde zu einer digitalen Veranstaltung. Im Internet wurden laufend alle Prüfungen übertragen. Der Dienstleister Rimondo probierte dabei eine Kameraführung aus, die das Geschehen automatisch verfolgen sollte. Das hat noch nicht hundertprozentig geklappt, denn der Zuständige hinter dem Aufnahmegerät musste laufend korrigierend eingreifen. Dafür konnte man alles – die Namen der Teilnehmer, den Zeitplan, die Noten einschließlich der detaillierten Angaben der Richter zu einzelnen Lektionen – auf seinem Smartphone verfolgen. Eine Meldestelle, normalerweise die zentrale Anlaufstelle, gab es somit nicht.

Vorteil für die Teilnehmer: Sie können in der Nachbetrachtung in Ruhe ihren Ritt einschließlich der Notengebung studieren und damit nachtvollziehen, wo die notwendigen Zehntelpünktchen für eine bessere Platzierung fehlten. Das dürfte schon bald ein selbstverständlicher Service sein.

Zum Sportlichen: Die Höhepunkte waren natürlich die beiden S-Prüfungen, für die Carina Steinhaus ihren elfjährigen Wallach „Feiner Ferdinand“ gesattelt hatte. Die Leichlinger Reiterin, die kürzlich erst Bronze bei der Deutschen Meisterschaft der Amateure errang, landete auf einem dritten und auf einem zweiten Platz. Allerdings gegen sehr starke Konkurrenz: Beide Wettbewerbe gewann die Rheinische Juniorenmeisterin Romy Allard. Ihre Vorstellungen waren so gut, dass sie von allen Richtern mit deutlichem Vorsprung auf die jeweils ersten Plätze gesetzt wurde.

Sehen so die Reitturniere der Zukunft aus? „Ich hoffe nicht“, wies Oliver Kuntze, Vorsitzender des Vereins, auf das hin, was am Wochenende fehlte: Atmosphäre, Gastronomie, Treffen mit Gleichgesinnten und Fachsimpelei. Zudem wollen und müssen die Vereine auch etwas Geld für ihre Kasse mit einem Turnier generieren.