Leichtathletik: Spiegelburg lässt sich nicht aufhalten

Leichtathletik : Spiegelburg lässt sich nicht aufhalten

Die Leverkusener Stabhochspringerin trotzt dem schmuddeligen Wetter und springt im Lohrheidestadion zu ihrem sechsten Meistertitel. Disziplin- und Vereinskollege Danny Ecker muss seinen Auftritt wegen einer Armverletzung absagen und kündigt das Ende seiner Karriere an.

Bochum Der Wind wehte kräftig durch die Lohrheide, immer wieder prasselte Regen aufs Ruhrgebiet herab, und kalt war's auch. Solche Bedingungen mögen Leichtathleten nicht, vor allem die Spezialisten für technische Disziplinen. Silke Spiegelburg aber scheint sich durch nichts und niemanden aufhalten zu lassen. Am schmuddeligen Samstag gewann sie in Wattenscheid ihren sechsten Meistertitel.

Sie revanchierte sich damit für die bittere Niederlage im vorigen Jahr, als sie in Kassel der Mecklenburgerin Martina Strutz unterlegen war. Mit 4,70 Meter bot Spiegelburg eine der wertvollsten Leistungen bei den Titelkämpfen und bekam den Lohn für extrem harte Trainingsarbeit. An 4,81 Meter – es wäre deutscher Rekord gewesen – scheiterte die Athletin von Bayer 04 dreimal. Doch das wäre bei diesen Bedingungen auch ein bisschen zu viel des Guten gewesen.

"Bei dem Wetter war es nicht einfach, mit dem Wind hatten wir aber Glück. Wir hatten Rückenwind, da konnte ich das Wetter abhaken. Mit schlechtem Wetter habe ich sowieso nicht so große Probleme", sagte Spiegelburg. In London nimmt sie schon zum dritten Mal an Olympischen Spielen teil. "Dabei bin ich erst 26", sagt sie, "ich möchte auf jeden Fall versuchen, noch höher zu springen. Wenn dann der deutsche Rekord fällt, wäre das super. Ich möchte aber auch noch mehr als 4,80 irgendwann schaffen."

Danny Ecker wollte in London zum vierten Mal bei Olympischen Spielen starten. Diesen Plan musste er aufgeben. Der während seiner Karriere von Verletzungen geplante Stabhochspringer zog sich zuletzt eine Blessur eines Muskels im Arm zu. Deshalb konnte er bei den Titelkämpfen nicht an den Start gehen.

Im Alter von 34 Jahren nimmt er nun Abschied vom Leistungssport. Möglicherweise kann er am 25. August bei den Stabhochsprung-Classics in Leverkusen noch einmal eingreifen. Es wäre ein passender Abschluss für einen Athleten, der Bayer 04 immer treu geblieben war. Seinen Karrierehöhepunkt erlebte er vor elf Jahren, als er in der Halle sechs Meter überquerte. Er ist neben Tim Lobinger der einzige Deutsche, der diese Marke knackte.

In den Kampf um Medaillen griffen die TSV-Stabhochspringer gestern nicht ein. Hendrik Gruber, Michel Frauen und Marvin Reitze verbesserten ihre Saisonbestmarken zwar alle auf 5,52 Meter, doch das reichte im hochklassigen Feld nur für die Ränge fünf, sechs, sieben.

(RP)
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