Handball : Schlussakt in Notbesetzung

Erst nach der Partie gegen Oldenburg wissen die Bundesliga-Handballerinnen, welcher Weg sich in der Endrunde für sie auftut. Personell wollen die Elfen dabei aber kein Risiko eingehen.

Personell immer noch arg dezimiert gehen Bayers Handballerinnen ihre letzte Pflichtaufgabe vor dem Beginn der Endrunde an. Heute um 16.30 Uhr müssen die Elfen beim VfL Oldenburg antreten. Dieses Duell könnte bereits einen Vorgeschmack auf die PlayOffs geben, denn wenn das Team von Trainerin Renate Wolf die Punktrunde auf Rang vier abschließt, geht es auch dort zunächst gegen den VfL — dann allerdings, so die Hoffnung, mit verändertem Personal. Zumindest bei Elisabeth Garcia-Almendaris, Penda Bönighausen und Lyn Byl besteht einige Hoffnung, dass sie noch einmal mitwirken können. Gelaufen ist die Saison für Anne Krüger und wohl auch Steffi Egger.

Auch wenn Wolf die Ausscheidungsrunde klar in den Vordergrund der Überlegungen stellt und mit den angeschlagenen Kräften darum heute kein Risiko eingehen will, nimmt sie die Partie in Oldenburg gleichwohl sehr ernst. Und das aus gutem Grund: Je nach Ergebnis ist es möglich (wenn auch eher unwahrscheinlich), dass die Elfen den aktuellen dritten Rang halten oder auf Rang zwei der Tabelle vorrücken. Dies brächte nicht nur Vorteile bei der Terminierung (siehe Info-Kasten), sondern dürfte auch einen Gegner etwas geringeren Formats bescheren: Blomberg, Frankfurt/Oder oder Sindelfingen.

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Dass auch in Notbesetzung ordentliche Leistungen möglich sind, hat das Team bereits in der vergangenen Woche gegen Göppingen bewiesen. "Das war vom Offensivspiel richtig gut. Und dass es in der Verteidigung nicht so rund lief, war bei diesen Ausfällen keine große Überraschung", betonte Wolf. Freude bereitete ihr gerade vor diesem Hintergrund die starke Leistung von Keeperin Clara Woltering. Die zeigte, nach einem auf schwere Magenprobleme zurückzuführenden Durchhänger, dass mit ihr in dieser entscheidenden Phase der Saison wieder zu rechnen ist. Ihr Auftritt reichte beinahe an die herausragende Form heran, mit der die staatlich geprüfte Landwirtin aus dem Münsterland üblicherweise in den PlayOffs gegnerische Angreiferinnen in Angst und Schrecken versetzt.

Im Gegensatz zu Bayer kann Oldenburg personell aus dem Vollen schöpfen: Rückraumspielerin Angie Geschke und Linksaußen Jacqueline Reinhold stehen wieder zur Verfügung. Sie hatten zuletzt wegen Studium beziehungsweise Beruf aussetzen müssen.

(RP)