Fußball : Schlechtes Image, gute Chancen

Werden bundesweit Leute befragt, was sie mit Leverkusen verbinden, so haben mehr als zwei Drittel spontan einen Einfall: Der lautet entweder "Fußball" oder "Bayer". Mehr kommt den Menschen meist nicht in den Sinn. Entsprechend wenige zieht es hierher: Nur jeder Achte mag sich vorstellen, in absehbarer Zeit (ein bis zwei Jahre) eine Reise nach Leverkusen zu unternehmen. Nicht einmal jeder Fünfte war bislang am Zusammenfluss von Dhünn, Wupper und Rhein. Bei diesen Werten sieht sich die Stadt im engen Schulterschluss mit Mönchengladbach, das überregional ebenfalls fast ausschließlich durch das runde Leder und seine Borussia wahrgenommen wird.

Das sind Erkenntnisse aus der Ende 2010 durchgeführten Studie zum Image der Frauen-WM-Austragungsorte. 1001 Personen in der gesamten Republik gaben Auskunft über ihre Assoziationen zu den neun Städten und ihren Besuchshäufigkeiten, zudem wurden Attraktivität sowie das Potenzial als Reiseziel oder Wohnort bewertet.

Ein Resultat: Leverkusen belegt hinsichtlich der Attraktivität den Platz ganz hinten – den es sich immerhin mit Mönchengladbach teilt. Das schlechte Image hinsichtlich "Markenstärke, -bekanntheit und -sympathie" bot aber laut den Untersuchungen an der Universität in Bremen eine geradezu optimale Ausgangslage, um durch den Frauen-Fußball in einem besseren Licht dazustehen. "Beste Voraussetzungen für einen positiven Effekt der WM auf die Markenentwicklung" sagten Prof. Rainer Hartmann und seine Mitstreiter der Stadt voraus. Schließlich sei die Identifikation Leverkusens mit dem Fußball enorm hoch; zudem seien die Verantwortlichen bereits lange vor dem Turnier (seit Mitte 2010) mit der WM in die Offensive gegangen, um von ihr in Form einer Verbesserung und Weiterentwicklung der "Marke Leverkusen" und einer Erhöhung des Bekanntheitsgrades zu profitieren – ob es tatsächlich so gekommen ist, soll die Kontrolluntersuchung durch die Bremer Wissenschaftler zeigen.

(RP)