Rudern Julius Christ und Sönke Kruse lösen das Ticket für Paris

Leverkusen · Die beiden Ruderer qualifizieren sich auf dem Luzerner Rotsee für die Sommerspiele in der französischen Hauptstadt. Das Gespann bildet den ersten olympischen Zweier ohne Steuermann aus Deutschland seit 2012.

 RTHC-Ruderer Julius Christ (l.) und sein Teampartner Sönke Kruse.

RTHC-Ruderer Julius Christ (l.) und sein Teampartner Sönke Kruse.

Foto: dpa/Bernd Thissen

Der erst im Februar gebildete Zweier ohne Steuermann mit Julius Christ (RTHC Bayer Leverkusen) und Sönke Kruse (RV Münster) fuhr bei der Nachqualifikations-Regatta für die Olympischen Spiele in Paris (26. Juli bis 11. August) zu einem beeindruckenden Sieg auf dem Luzerner Rotsee. „Das war eine Weltklasse-Leistung. Ich bin wahnsinnig stolz auf die Jungs“, sagte Trainer Alexander Weihe.

Nach dem Sieg im Vorlauf, in dem Christ und Kruse den dänischen Zweier hinter sich gelassen hatten, der in identischer Besetzung in Tokio 2021 die olympische Bronzemedaille gewonnen hatte und vor wenigen Wochen in Varese beim Worldcup auf Platz drei ruderte, ahnten die beiden, dass sie keineswegs Außenseiter waren. Im Halbfinale agierten sie kontrolliert und verzichteten darauf, gegen Litauen die letzten Körner zu investieren, um das Rennen zu gewinnen. Der zweite Platz reichte, um sich für das Finale zu qualifizieren.

Nach zuvor eher frühsommerlichem Wetter bewies das Duo im Finale bei Dauerregen, aber Windstille Nervenstärke. Bei der 500-Meter-Marke auf Rang drei liegend, arbeiteten sie sich zunächst am Boot aus Dänemark vorbei und waren bei 1000 Metern auf Rang zwei. Mit einem phänomenalen dritten Teilstück schafften Christ und Kruse es, die Litauer zu überholen und die Führung zu übernehmen. Im Endspurt, als vier Boote mit 40 Schlägen pro Minute fast auf einer Höhe lagen, mobilisierten sie die letzten Reserven – und erreichten nach einem regelrechten Herzschlagfinale das Ziel in 6:30,26 Minuten.

„Unser Plan war hart auf Kante genäht. Die letzten Schläge sahen wahrscheinlich nicht mehr schön aus, aber es hat geklappt“, sagte Kruse. Das zweite Paris-Ticket sicherte sich das Boot aus Litauen (6:30,26 Minuten) knapp vor den Niederlanden (6:30,86). „Wir wussten, dass es eine Zehntelsekunden-Entscheidung wird. Das haben die beiden mit Bravour gelöst“, betonte Weihe. Zuletzt fuhr ein deutscher Zweier ohne Steuermann 2012 in London auf olympischem Gewässer, damals mit Felix Drahotta und Anton Braun.

(RP)
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