Handball: Ross soll Nippes im Leichlinger Tor ersetzen

Handball: Ross soll Nippes im Leichlinger Tor ersetzen

Für Stefan Nippes muss es in diesen Tagen wie ein Déjà-vu wirken, wie ein schlechter Traum mit der Bitte um Aufwachen. Der 24-jährige Torhüter von Handball-Drittligist Leichlinger TV liegt erneut in der Wuppertaler Helios-Klinik, im Zentrum für Unfallchirurgie und Orthopädie – wie im November 2008.

Für Stefan Nippes muss es in diesen Tagen wie ein Déjà-vu wirken, wie ein schlechter Traum mit der Bitte um Aufwachen. Der 24-jährige Torhüter von Handball-Drittligist Leichlinger TV liegt erneut in der Wuppertaler Helios-Klinik, im Zentrum für Unfallchirurgie und Orthopädie — wie im November 2008.

Wieder erlitt er einen Schien- und Wadenbeinbruch — wie 2008. Und wieder dürfte der Student seinem Verein und der Uni mindestens drei Monate fehlen.

Ausgerutscht beim Joggen

Doch es gibt auch Unterschiede zur ersten Verletzung: Hatte sich Nippes damals im Heimspiel gegen Bietigheim beim Zusammenprall mit einem Gegenspieler die Fraktur zugezogen, passierte es diesmal am Neujahrstag beim Joggen — und am anderen Bein. Er sei ausgerutscht, habe der Vater berichtet, sagte Leichlingens Trainer Frank Lorenzet. Selbst mit Nippes gesprochen hatte er da noch nicht — aus Rücksichtnahme auf die frische Operation zwei Tage zuvor.

"Man darf sich das jetzt auch nicht vorstellen, dass da der Knochen komplett durchgebrochen ist, es dürfte sich eher um einen Haarriss handeln", sagte Lorenzet, wohlwissend um die Anfälligkeit seiner Nummer 12 in dieser Beziehung. Martialische Bilder wie das des schwedischen Fußballprofis Matias Concha (VfL Bochum), der sich nach einem Foul Anfang Dezember eine schwere Fraktur beider Unterschenkelknochen zugezogen hat, möge man sich dann auch bitte nicht vorstellen, schob Lorenzet hinterher.

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Erstmal rückt Benny Knopp auf

Während für Nippes nun erst Erholung und dann Rehabilitation anstehen, rotieren bei seinem Coach schon eifrig die Gehirnzellen, wer als zweiter Mann neben Matthias Aumann zur Verfügung stehen könnte. War es 2008 Oldie Henning Wiechers, der die Lücke stopfte, steht diesmal der Name eines alten Bekannten ganz oben auf der Liste: Marc Ross. Der Routinier beendete im Sommer beim LTV seine Karriere, ging aber laut Lorenzet nicht ohne das Versprechen, helfen zu wollen, wenn Not am Mann wäre.

"Er wäre sofort spielberechtigt. Insofern muss man kein Prophet sein, um zu wissen, dass ich über ihn nachdenke", sagt Lorenzet. Bis zum 30. Januar hat das Transferfenster für die Blütenstädter noch geöffnet. Am Wochenende, im Heimspiel gegen Hatten-Sandkrug (Samstag) und in der Pokalpartie bei Ferndorf II (Sonntag), wird aber zunächst einmal Benjamin Knopp aus der Landesligareserve in den Kader aufrücken.

"Stefan war natürlich ein Faktor in unserem Team, das ist doch ganz klar. Und eigentlich dachte ich, wir hätten die Verletzungsseuche endgültig hinter uns", sagt Lorenzet abschließend. Und einige Verbitterung schwingt in der Stimme mit.

Für Nippes gilt es in den kommenden Wochen in jedem Fall einmal mehr, das umzusetzen, was er auf der Internetseite des LTV als eines seiner Hobbys angibt: positiv zu sein.

(RP)
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