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Rekordsommer hat nur geringe Folgen für Trainingspläne

Training im Hochsommer : Wie sich Sportler mit der anhaltenden Hitzewelle arrangieren

Fußballer und Handballer bereiten sich bei Temperaturen über der 30-Grad-Marke auf die neue Saison vor. Der erste Gegner der Spielzeit ist das Wetter.

Seit Tagen ist es heiß, schwül und drückend. Selbst die spärlichen Gewitter bringen keine Abkühlung. Bei diesen Temperaturen Sport? Lieber nicht, denken die meisten und verschanzen sich hinter Ventilatoren oder Klimageräten – wenn sie denn die Wahl haben. Das gilt für Berufs- und Amateursportler freilich nicht. Sie bereiten sich in der heißesten Zeit des Jahres auf die neue Saison vor.

Der Kreislaufkollaps von Karim Bellarabi beim Testspiel in Wuppertal vergangene Woche war ein warnendes Beispiel dafür, wie körperliche Höchstleistungen bei der aktuellen Witterung auch gestandenen Profis heftig zusetzen können. Der Angreifer von Bayer 04 ist indes wieder genesen und nun mit dem Team auf dem Weg ins Trainingslager, das praktischerweise in den etwas kühleren österreichischen Alpen liegt.

Solch luxuriöse Optionen haben die Drittliga-Handballer des Leichlinger TV nicht. Das Team von Trainer Frank Lorenzet ist vorwiegend in der Halle unterwegs. „Wir haben keinen Einfluss auf die Witterung“, sagt der Coach. „Die Laufeinheiten im Außenbereich legen wir so, dass es auszuhalten ist – früh am Morgen oder spät am Abend.“ Klimatisiert sei die Halle Am Hammer nicht, die Trainingsumfänge blieben gleich. „Da müssen die Spieler durch“, sagt Lorenzet.

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André Fanroth, seit diesem Sommer nicht mehr Trainer, sondern Geschäftsführer des Fußball-Kreisligisten SV Bergfied Leverkusen, sieht die Hitze ebenfalls gelassen. Lukas Beruda, zuletzt U19-Coach bei Viktoria Köln, ist sein Nachfolger auf der Trainerbank. „Wir machen mehr Trinkpausen und stellen viel Wasser zur Verfügung“, sagt Fanroth. Da abends trainiert werde und der Platz recht schattig sei, habe man sich mit der Hitze arrangiert. „Normal ist das momentane Wetter aber nicht“, sagt er. Sein nicht-klimatisiertes Büro suche er nur noch selten auf. „Da setze ich mich lieber mit dem Laptop an den Platz.“

Auch Stefan Müller, Trainer des Landesligisten SV Schlebusch, kann auf das Wetter nur wenig Rücksicht nehmen. „Wir machen die grundlegenden Dinge wie immer. Der Saisonstart am 26. August kommt so oder so“, sagt er. „Es gibt bei uns Wassermelonen nach dem Training und die Pausen sind länger als sonst. Wir trainieren relativ spät, da geht es von den Temperaturen.“

Beim Bezirksligisten FC Leverkusen finden derzeit ebenfalls alle Einheiten trotz der Hitze im gewohnten Rahmen statt. Auch die Verhältnisse auf dem staubtrockenen Ascheplatz seien kein Problem. „Das Wetter ist immer der Hauptgegner in der Vorbereitung. Wir müssen die Temperaturen besiegen“, sagt Trainer Daniel Cartus. „Natürlich nehmen wir Rücksicht auf das Wohl der Spieler. Niemand möchte einen Rettungswagen auf dem Sportplatz.“