1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen
  4. Sport Leverkusen und Leichlingen

Profistatus von Leichlinger TV und TuS 82 Opladen bleibt ungeklärt

Handball, 3. Liga : Rätselraten bei den Drittliga-Handballern geht weiter

Die 3. Handball-Liga pausiert zunächst bis Mitte November. Bis dahin soll geklärt werden, ob die Liga nun zum Profi- oder Amateurbereich zählt.

Ein einfacher Blick auf die Drittliga-Tabelle der Mitte-Staffel offenbart das Durcheinander in der von Corona buchstäblich verseuchten Handball-Saison. An der Spitze steht da etwa die HG Saarlouis mit insgesamt fünf absolvierten Spielen, in denen die Saarländer bei einer Niederlage vier Siege holten. Der Leichlinger TV ist derzeit Siebter, hat aber nur eine Partie gespielt und gewonnen – und der TuS Opladen rangiert nach ebenfalls nur einer absolvierten Begegnung, die mit einer Niederlage endete, auf dem 16. Platz.

Bereits vor der am Freitagabend kommunizierten Unterbrechung der Saison zunächst bis zum 15. November glich der Spielplan einem Flickenteppich. Corona-Fälle innerhalb der Teams sorgten immer wieder für Absagen, den LTV und Aufsteiger Opladen traf es dabei besonders hart. Neben der HSG Bieberau-Modau sind die beiden Klubs aus der Region die einzigen Teams der Staffel, denen nach jetzigem Stand mindestens vier Nachholspiele bevorstehen. Wie und wann diese stattfinden sollen, steht jedoch zu großen Teilen noch nicht fest.

Das liegt nicht nur an der verschärften Corona-Situation im Land, sondern auch am nach wie vor ungeklärten Status der 3. Handball-Liga. Laut Bund-Länder-Beschluss von vergangener Woche darf im November nur Profisport weiter ausgeübt werden – nun rätseln die Klubs und auch der Deutsche Handballbund (DHB) über die genaue Definition der 3. Liga. „Wir alle befinden uns in einer ungewissen Lage. Das vorläufige Aussetzen des Spielbetriebes verschafft uns Zeit, die wir benötigen, um die gerade erst veröffentlichten Verordnungen der jeweiligen Länder einschätzen zu können“, sagte DHB-Vorstandschef Mark Schober.

Laut des Verständnisses des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zählen „die 1. bis 3. Ligen in allen olympischen und nicht-olympischen Sportarten, die vierte Liga im Männerfußball sowie nationale und internationale Sportveranstaltungen an denen professionelle Sportlerinnen und Sportler teilnehmen in diesem Fall unter die Definition ‚Profisport‘.“

In der neuen Coronaschutzverordnung des Landes NRW ist Profisport jedoch nicht genauer definiert. Unter Paragraf 9 heißt es lediglich, dass „Wettbewerbe in Profiligen“ unter bestimmten Voraussetzungen zulässig seien. „Mit Hochdruck arbeiten wir daran, auch auf politischer Ebene diese drängenden Fragen zu klären“, versicherte Schober dazu. In der Mitte-Staffel müssen sich die Verantwortlichen gleich mit fünf Bundesländern auseinandersetzen.

Unklar ist allerdings, ob die Klubs überhaupt bereit sind, weiterzuspielen. In Leichlingen will man sich erst ein genaueres Bild der Lage verschaffen. „Ich bin unentschieden. Was das Beste für den Sport, was das Beste für den Verein und was ist das Beste für die Spieler? Das muss man abwägen. Es sind so viele Kriterien, die man beachten muss. Eine pauschale Antwort ist so nicht möglich“, sagt Elmar Müller, der Sportliche Leiter des LTV, und ergänzt: „Dass es immer eine Kompromissentscheidung sein wird, ist klar.“ Im Laufe dieses Monats will sich der DHB mit den Vereinsvertretern der Mitte-Staffel zusammenschalten und gemeinsam beraten.

Derweil verkündete der LTV eine personelle Änderung auf der Torhüterposition. So wird Sommerzugang Christoph Beutner den Klub mit sofortiger Wirkung verlassen, da er sich auf seine Trainertätigkeit in der 2. Frauen-Bundesliga konzentrieren möchte. Er wird durch Simon Hüttel ersetzt, der zuletzt bei Mettmann Sport in der Oberliga zwischen den Pfosten stand.