Lokalsport : Personalsorgen des LTV immer größer

Beim Handball-Drittligisten Leichlinger TV droht Top-Torschütze David Kreckler für die Partie morgen Abend gegen die aufstrebende TSV GWD Minden II auszufallen. Trainer-Manager Frank Lorenzet weist die Favoritenrolle von sich.

Eigentlich ist Frank Lorenzet eine wohltuende Ausnahme. Wenn sich Trainer-Kollegen aller Art normalerweise Woche für Woche vor ihren Spielen in teilweise lächerlichem Tiefstapeln üben, zeigt Lorenzet klare Kante. Ermüdende Quengeleien gibt er nur selten von sich. Doch in der laufenden Saison ist der Trainer des Handball-Drittligisten Leichlinger TV immer häufiger dazu gezwungen, auf seine Probleme aufmerksam zu machen. "Ich bin ja eigentlich nicht der Typ fürs Jammern", sagt er fast entschuldigend. Für lautstarke Einlagen auf der Trainerbank und rumpelige Poltereien ist er schon eher berüchtigt. Doch im Moment hat Lorenzet gute Gründe zu jammern. Denn in David Kreckler und Karol Zechmeister drohen gleich zwei Spieler für die Heimpartie gegen die zweite Mannschaft des TSV GWD Minden morgen (ab 19 Uhr, im Smidt-Forum) auszufallen.

"Wir sind personell fertig", sagt Lorenzet. Zechmeister, zumeist Reservist, kämpft mit seinem Sprunggelenk. Richtig schwer würde der Ausfall Krecklers wiegen. Der Top-Torschütze der "Pirates" (124 Treffer/30 Siebenmeter) hat einen Muskelfaserriss im Gesäß. Im schlimmsten Fall stünden nur sechs Feldspieler zur Verfügung. In Marcus Bouali, Mike Schulz und Torhüter Damian Bungart fehlen zudem drei Stützen langfristig. Ein Abtraum-Szenario für Lorenzet, der als Ersatz für Schlussmann Ante Vukas schon länger auf den jungen Arne Fuchs zurückgreifen muss. "Das wird unser schwierigstes Spiel der Rückserie", kündigt der LTV-Cheftrainer an und sagt etwas zerknirscht: "Wir sind nicht der Favorit."

Dabei kommt seine Mannschaft mit scheinbar schwierigen Aufgaben oftmals bestens zurecht. Lorenzet erwartet allerdings "junge Top-Talente, teils Jugendnationalspieler" und "altgediente Profis" aus dem Bundesliga-Kader der Mindener. Allein: In diesem Jahr holte Minden erst zwei Siege aus sechs Spielen, erlitt aber eben auch nur eine Niederlage. Grund genug für Lorenzet, Tiefstapelei zu betreiben: "Die Mindener sind die Mannschaft der Stunde."

Um gegen Minden zumindest für einige Minuten Wechseloptionen auf der Bank zu haben, wird sich der Trainer-Manager bei der zweiten Mannschaft bedienen müssen, die aktuell in der Kreisliga auf Aufstiegskurs ist. Fynn Natzke, der schon beim vergangenen Auswärtsspiel in Baunatal dabei war, werde laut Lorenzet wieder im Kader sein.

Ob Natzke der einzige "Auffüller" für das Drittliga-Team sein wird, hängt wohl von Kreckler und Zechmeister ab. "Wir werden auf jeden Fall Leute aus der Zweiten hochziehen", sagt Lorenzet und kündigt an: "Aber wir werden uns auch darauf einstellen und versuchen, dagegen zu halten." Das klingt dann doch wieder eher nach Lorenzet. Jammern liegt ihm eben nicht.

(jim)
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