Basketball : Parker führt Giants ins Viertelfinale

Der US-Amerikaner in Diensten der Leverkusener Basketballer avanciert beim entscheidenden 95:90 in Oldenburg einmal mehr zum Helden. Nicht zuletzt, weil er sich selbst von einer klaffenden Platzwunde nicht aufhalten lässt.

Der heimliche Held stand nicht für eine Sekunde auf dem Feld. Überhaupt konnte Matthias Goddek wegen seiner im letzten Spiel der Vorrunde erlittenen Schulterverletzung in der K.o.-Runde bislang nur als moralischer Unterstützer mitwirken. In der 35. Minute der alles entscheidenden Achtelfinal-Partie seiner Mannschaft bei den Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB richteten sich dennoch mehr als 600 Augenpaare auf den verletzten Kapitän der Bayer Giants.

Kurz zuvor hatte Bayers Lebensversicherung Josh Parker aus einer Platzwunde an der Wange spektakulär blutend das Parkett verlassen müssen. Die Ergebnis-Waage, beim Stand von 78:74 für die Giants ohnehin so knapp wie die gesamte Serie, drohte sich zur Seite der Norddeutschen zu neigen. Doch Goddek bewies ein ungeahntes Talent als Physiotherapeut.

Da die etatmäßigen medizinischen Betreuer Florian und Christian Happ die Fahrt in die EWE-Arena nicht hatten mitmachen können, versorgte der 26-Jährige den US-Boy mit reichlich Pflastern und Verband. "Ohne Matthias wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen. Er hat das total souverän erledigt", lobte Achim Kuczmann seinen Aushilfs-Physiotherapeuten. 90 Sekunden später sprang Parker auf Feld zurück, erzielte in den verbleibenden vier Minuten zwölf Punkte und führte die Riesen vom Rhein so zum 95:90- (54:43)-Erfolg und damit erstmals ins PlayOff Viertelfinale der 2. Liga.

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Im Hinblick auf seine unglaubliche Bedeutung für das Spiel der Giants schrieb der 23-Jährige damit das nächste Kapitel. Auch für seinen Trainer war Parkers Rückkehr aufs Feld der entscheidende Moment des gesamten Spiels. Dessen ausgestrahlte Präsenz und der Wille, jederzeit unbedingt gewinnen zu wollen, sei nur schwer in Worte fassen, sagt Kuczmann: "Alle haben, während er draußen stand, mit einem Auge Richtung Bank geblickt. Als er dann zurückkam, hat das alle nochmal emotional mitgerissen. Das hat uns den Schub gegeben, den wir gebraucht haben", sagte Kuczmann, der in dieser Phase einmal mehr den Reifeprozess seines Teams bewunderte.

Waren die Giants in Spiel zwei der "Best-of-three"-Serie noch nervlichen Schwankungen unterlegen, agierten sie trotz des Oldenburger Heimvorteils viel abgeklärter als die Gastgeber und kamen in die letzten drei Minuten auf 15:6 Punkte sowie 5:3 Rebounds, Kuczmann: "Wenn du fast das ganze Spiel vorne liegst, dann deinen wichtigsten Spieler verlierst, plötzlich in Rückstand gerätst, aber trotzdem nochmal zurück kommst, siehst du, aus welchem Holz deine Mannschaft geschnitzt ist. Ich habe schon die ganze Saison gesagt, dass mit dieser Truppe nichts unmöglich ist."

(sl)