Lokalsport : Novickis fühlt sich beim LTV wohl

Der Litauer startet heute mit dem Handball-Drittligisten aus Leichlingen in der Leverkusener Smidt-Arena in die Saison.

In Düsseldorf ist er nie richtig angekommen, in Leichlingen dagegen schon: Valdas Novickis. Im Jahr 2009 stand er beim damaligen Handball-Bundesligisten HSG Düsseldorf unter Vertrag, doch im Dezember gab man ihn nach nur acht Spielen an den Leichlinger TV ab - ein Fehler, wie sich herausstellen sollte, denn während Novickis beim damaligen Zweitligisten stark spielte, brachen der HSG Leistungsträger weg, am Ende stand der Abstieg. Also holten die Düsseldorfer den Mittelmann zurück, trennten sich aber nach nur einer Saison wieder von ihm, weil sie ihn "aus finanziellen Gründen", so der damalige Manager Frank Flatten, bei einem anstehenden "Umbruch" nicht halten könnten. Dieser "Umbruch" wurde tatsächlich zu einem Einbruch - heute gibt es die HSG Düsseldorf nicht mehr, der Nachfolger, ART Düsseldorf, ist nur noch in der Oberliga zu finden.

Novickis hat das alles verkraftet, spielte nach seiner zweiten Episode in Düsseldorf erst zwei Jahre für den weißrussischen Klub Brest GK Meschkow, dann eines für den österreichischen Zweitligisten medalp Tirol. Dort löste er seinen Vertrag im Juli auf, um zurück zum LTV zu kommen, mit dem er heute (20 Uhr, Smidt-Arena Leverkusen) die Saison in der Dritten Liga gegen den Neusser HV eröffnet. Novickis kann ein wichtiger Faktor für die Leichlinger werden, seine Übersicht ist exzellent, seine Technik und Torgefahr ebenfalls. Allerdings hängt dem 28-Jährigen auch immer wieder der Ruf eines phlegmatischen Spielers an, der zu sehr von seiner Stimmung beeinflusst wird. So wurde es jedenfalls einst in Düsseldorf erzählt.

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Das findet Frank Lorenzet wiederum so überhaupt nicht, der Trainer-Manager des LTV sagt über Novickis: "Wie er bei anderen Vereinen gespielt hat, ist mir herzlich egal. Bei mir ist er immer aufgeblüht, hat damals in der Zweiten Liga acht, neun Tore pro Spiel gemacht. Ich komme gut mit ihm klar, und er kommt gut mit meinem Spielsystem klar. Er muss es manchmal noch ein bisschen besser auf die Platte bringen, aber er hat gut bei uns reingefunden, nachdem er die erste Vorbereitung wegen seines Vertrages in Österreich nicht mitmachen konnte."

Trotz des Lobes betont Lorenzet aber: "Tim Hilger ist mein erster Mittelmann. Ich habe eine Formation im Kopf." Fehlen werden darin sicher die verletzten David Kreckler und Bastian Munkel, Ousse Lajnef (Bänderdehnung) ist noch nicht fit. Lorenzet hofft auf die Rückkehr von Felix Janssen, den er als "wichtigsten Spieler vorne und hinten", bezeichnet und der nach seinem Muskelfaserriss in der Leiste immerhin nun eine Woche trainiert hat, nachdem er fast die komplette zweite Vorbereitungsphase verpasst hatte.

Apropos Vorbereitung - die ist beim LTV alles andere als reibungslos gelaufen. Da die eigene Halle in Leichlingen seit acht Wochen wegen eines Wasserschadens gesperrt ist, wurde der LTV zum "Wanderzirkus": In vier verschiedenen Hallen wurde trainiert, und wo es möglich war, wurden bereits die Heimspielrechte in der Liga getauscht, so dass nach dem heutigen Auftritt in Leverkusen gleich sieben Auswärtsspiele anstehen (siehe Info-Box). "Ich bin seit 20 Jahren Profi-Trainer, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt Lorenzet, der aber den Blick vor allem auf das Sportliche lenken möchte: "Wir wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten natürlich unter allen Umständen gewinnen. Aber das wird nicht einfach, Neuss hat sich extrem verstärkt. Die werden dieses Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun haben." Wie es für sein Team laufen wird, vermag Lorenzet nicht zu sagen: "Es gibt für uns keine gesicherten Prognosen, dafür war die Vorbereitung einfach zu holprig. Ich hätte gerne noch ein bisschen Zeit gehabt, um mit meinem Orchester noch etwas üben zu können, aber wir müssen den Spielplan so annehmen wie er ist."

(RP)