Handball : Mittelblock verlässt die Elfen

Vor dem PlayOff-Start in Oldenburg müssen die Elfen zwei Abgänge zum Saisonende zur Kenntnis nehmen. In Lyn Byl (nach England) und Penda Bönighausen (Fokus auf Beruf) hören beide Abwehrspezialistinnen im Sommer auf.

Selber Ort, selbe Kontrahenten – und doch ist alles anders. Wenn in der EWE-Arena zu Oldenburg morgen um 16.30 Uhr der heimische VfL und Bayers Handballerinnen das Viertelfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft bestreiten, sind die Vorzeichen deutlich andere als noch beim letzten Punktrunden-Spieltag vor Wochenfrist. Und das hat nicht alleine mit der größeren Bedeutung der Partie zu tun. Schon personell trennen beide Begegnungen Welten.

Vier Elfen kehren zurück

Anna Loerper hat ihren grippalen Infekt auskuriert. Zudem stehen bei Bayer Lyn Byl, Penda Bönighausen und Elisabeth Garcia-Almendaris wieder zur Verfügung. Oldenburg, beim 30:27-Sieg über die Elfen noch komplett, muss dagegen auf Linksaußen Kim Birke verzichten, die sich im Training eine Bänderverletzung zuzog. Die Probleme, die Bayer während der langen Verletzungspausen von Byl und Bönighausen gerade in der Verteidigung hatte, werden Trainerin Renate Wolf in diesen Tagen sicherlich zu denken geben. Zwar sind beide wieder fit und werden das Niveau des Mittelblocks heute deutlich heben – allerdings geben beide auch eine erste Abschiedsvorstellung. Denn im Sommer zieht es Deutsch-Britin Byl wie bereits vermutet nach England. Relativ überraschend kommt dagegen die Trennung von Bönighausen. Die Rückraumspielerin, deren Qualitäten in erster Linie in der Verteidigung liegen, will sich verstärkt auf ihren beruflichen Werdegang konzentrieren und darum eine Karrierepause einlegen.

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Wer Wolf kennt, kann sich vorstellen, wie eifrig die Trainerin und Managerin im Hintergrund bereits an einer Lösung arbeitet. Ersatz muss dringend her. Zumindest haben die Elfen bereits Gewissheit, was den Etat angeht. Davon ist Gegner Oldenburg durch die Insolvenz seines Hauptsponsors derzeit noch weit entfernt. Der Abschied von Lydia Jakubisova ist wegen der Finanzsorgen bereits beschlossene Sache, und nicht einmal der komplette Rückzug des aktuellen Europapokal-Halbfinalisten aus der Bundesliga scheint momentan ausgeschlossen.

Wolf findet Jensen gut

So sehr Bayers Trainerin sich den Verbleib des VfL in der 1. Bundesliga wünscht, so wenig Rücksicht will sie heute im Viertelfinal-Hinspiel auf die Gefühlswelt der Niedersachen nehmen und hat lange an der Taktik gefeilt. Ganz nebenbei assistiert sie bis Sommer auch noch dem neuen Bundestrainer Heine Jensen (HC Leipzig). "Er ist genau die richtige Besetzung für diesen Posten", betonte Wolf nun bei der Abteilungsversammlung von Bayers Handballern. Im Gegensatz zu Vorgänger Rainer Osmann gilt der Däne als ausgewiesener Kenner des Damen-Handballs – in Deutschland, wo er mit dem HCL viele Erfolge feierte, wie international.

(RP)