Handball : LTV sucht Konstanz und Killerinstinkt

Mit der bislang besten Saisonleistung im Rücken reisen die Drittliga-Handballer des Leichlinger TV am Samstag nach Gladbeck. Der VfL wird von der Mannschaft von Trainer Frank Lorenzet nicht nur wegen seiner Herkunft – er ist aus der Oberliga Westfalen aufgestiegen – mit Warnungen bedacht.

Mit der bislang besten Saisonleistung im Rücken reisen die Drittliga-Handballer des Leichlinger TV am Samstag nach Gladbeck. Der VfL wird von der Mannschaft von Trainer Frank Lorenzet nicht nur wegen seiner Herkunft — er ist aus der Oberliga Westfalen aufgestiegen — mit Warnungen bedacht.

Völlig losgelöst von allen Befindlichkeiten war es nur ein Erfolg gegen den aktuellen Tabellenelften, der den Leichlingern vor gut einer Woche gelang. Und doch ist das 30:22 über den TV Korschenbroich womöglich deutlich mehr wert als bloß zwei Pluspunkte. "Es war unser bislang bester Auftritt", sagt Trainer Frank Lorenzet. Und der soll möglichst als Kraftfutter dienen, von dem die LTV-Handballer weiterhin zehren und das ihnen dazu verhilft, sich künftig konstant am oberen Rand der Schaffenskraft zu bewegen.

Allerdings gibt Lorenzet sogleich zu bedenken, dass der Glanz des jüngsten Erfolgs doch auch einige matte Schattierungen enthielt: "Killerinstinkt, Einsatz — in den Bereichen fehlt uns immer noch etwas. Es passen noch nicht alle Rädchen so zusammen, wie ich mir das vorstelle." Denn neben einigen Unstimmigkeiten in der Abwehr machte dem Drittligisten die Verwertung seiner Torchancen arg zu schaffen. Im Dutzend ließ der LTV zuletzt Möglichkeiten aus — gegen Korschenbroich rächte sich dies nicht; eine Reihe anderer Mannschaften hätte daraus indes vermutlich Kapital geschlagen.

Tabellarisch stehen die Leichlinger aber trotz durchwachsener Leistungen gut da. "Klar, wir sind Zweiter. Aber wenn wir uns nicht verbessern, geben wir in Zukunft weiter unnötige Punkte ab", mahnt der Trainer. Seinen nächsten Versuch, Konstanz in den Aufwärtstrend zu bringen, unternimmt der LTV Samstag (19.30 Uhr) beim VfL Gladbeck. Der kommt bisher auf vier Punkte. "Sie haben gegen Gummersbach und Korschenbroich gewonnen und damit bewiesen, dass sie in der Liga mithalten können", sagt Lorenzet und spricht dem Gegner ein weiteres Qualitätsmerkmal zu: "Sie sind Aufsteiger aus der Oberliga Westfalen — die sind in der Regel stärker einzuschätzen als Aufsteiger aus den anderen Ligen."

Von einer 14 Partien umfassenden Siegesserie, die sie in der vorigen Saison Richtung Aufstieg spülte, sind die Gladbecker allerdings noch weit entfernt. Vor eigenem Publikum warten sie derzeit noch auf den ersten Punkt. Edewecht und Dormagen verließen die Riesener Sporthalle bislang als Sieger. Allerdings verfügt der VfL in seiner Rückraumkraft Michael Kintrup (39 Treffer) über den zweitbesten Feldtorschützen der Dritten Liga.

Einen ihrer gefährlichsten Torschützen haben aber auch die Leichlinger wieder an Bord, wenn ihr Bus um 16 Uhr Am Hammer startet: Matthias Aschenbroich, in den vergangenen Wochen schmerzlich vermisst, weil er mehrere Muskelfaserrisse im Arm kurierte, ist wieder ins Training eingestiegen und steht zumindest als Teilzeitkraft bereit.

(RP/ac)