Handball : LTV liefert Ende mit Schrecken

Beim 36:34 gegen den VfL Gladbeck machen die Leichlinger Handballer frühzeitig Feierabend.

Es war sicherlich gut gemeint. Aber den rechten Augenblick für seinen verbalen Blumenstrauße hatte Holger Krimphove verpasst. "Ich denke, ihr könnt nächstes Jahr in der Zweiten Liga eine gute Rolle spielen", so beendete der Trainer des VfL Gladbeck seine Analyse des Gastspiels beim Leichlinger TV. Der Drittliga-Tabellenführer hatte gegen den Drittletzten aus Westfalen wie erwartet die Oberhand behalten. Das schon. Allerdings standen einige unmittelbar nach dem 36:34 (21:13) unter dem Eindruck einer erschreckend schwachen Leistung, die der LTV gegen Ende abgeliefert hatte.

Einer davon war Jens Buss. Der Co-Trainer war so aufgewühlt wie der Rasen im Stadtpark nach Karnevalsfeiern. Er sei "stinksauer", sehe erheblichen Redebedarf und drückte den Zuschauern im Smidt-Forum sein Bedauern über die dürftige Darbietung nach der Pause aus. "Mit so einer Leistung", bekräftigte Buss, "schmeißen wir die ganze Meisterschaft weg." Die Zweite Liga war in dem Moment ganz weit weg.

Dabei hatten die Gastgeber einen starken ersten Eindruck hinterlassen. Sie beherrschten Geschehen und Gegner nach Belieben. Die Probleme, vor die Gladbeck die Abwehr stellte, waren überschaubar, und vorne wurde aus allen Positionen getroffen — zumeist vom Kreis aus. Aber schon nach 41 Minuten, als die Führung zehn Tore betrug (30:20), war der letzte Zeitpunkt für Komplimente an den LTV gekommen.

Denn das Team machte nun mit Ausnahme seiner Lebensversicherung namens Jens Reinarz Feierabend, wirkte ideen- und mitunter lustlos, während sich die Gladbecker — angeführt vom Spieler mit dem schönsten Namen auf dem Feld: Max Krönung — heranpirschte. Pünktlich zur Schlussminute waren sie auf zwei Tore herangekommen. Zu mehr sollte nicht reichen, "aber darauf können wird aufbauen", sagte Kellerkind-Coach Krimphove. Derweil dachte Buss doch noch an Liga zwei: "Mit so einer Vorstellung haben wir da nichts zu suchen."

LTV Nippes, Aumann (ab. 31.) — Reinarz (13/4), Menzlaff (6), Janssen (4), Aschenbroich (4), Lajnef (3), Kreckler (3), Jansen (2), Pallach (1), Born, Giela.

(RP)