Handball : LTV kommt einfach nicht vom Fleck

Das 34:34 gegen die zweite Mannschaft aus Lemgo lässt die Drittliga-Handballer den Januar 2015 ohne Sieg aus vier Spielen beenden. Coach Frank Lorenzet hebt die tolle Moral seines Teams heraus, das erneut nicht aufsteckte.

Nicht nur Frank Lorenzet, Trainermanager des Handball-Drittligisten Leichlinger TV, freut sich darüber, dass der Januar 2015 endlich vorbei ist. Sein LTV nämlich beendet den Monat mit einer seltenen wie ungewohnten Serie von vier Spielen ohne Sieg - immerhin gelang am Samstag Abend im Smidt-Forum am Hammer beim 34:34 (17:20) gegen die Reserve des Bundesligisten HSG Handball Lemgo das zweite Unentschieden (bei zwei Niederlagen) nach der Winterpause.

22 Sekunden vor Schluss traf David Kreckler zum Endstand und besiegelte damit das Comeback, hatte es gegen Ende der ersten Halbzeit in der 29. Minute bei 15:20 doch nach einer neuerlichen Heimpleite ausgesehen. "Wir waren in der Abwehr viel zu passiv im ersten Durchgang und haben folgerichtig wieder 20 Treffer kassiert. Aber immerhin haben die Umstellungen funktioniert", sagte Lorenzet, der erst mit einfacher Manndeckung ab Minute 20 und dann mit doppelter ab Minute 25 den Lemgoern, die mit drei Profis aus dem Bundesligakader angetreten waren, das Leben schwerer machte. Keeper David Ferne hingegen erwischte einen gebrauchten Tag: Unglücklich agierend war er lange nicht der große Rückhalt seines Teams und musste eine Viertelstunde vor Schluss sogar einen Kopftreffer einstecken, der ihn zur Auswechslung zwang.

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"Ein ganz großes Kompliment muss ich meinem Team aber aussprechen, dass es sich nie aufgegeben hat", sagte Lorenzet, der vor allem die zwei Minuten vor und nach der Pause lobte, als der LTV von 15:20 auf 19:20 herankam. "Leider kostet so eine Aufholjagd ziemlich viel Kraft, so dass uns am Ende die Körner ausgegangen sind", fügte er hinzu, und verfolgte nach dem 21:21 durch Valdas Novickis (35.) eine enge und spannende Partie.

"Leider waren nur knapp 150 Zuschauer in der Halle - es ist einfach sehr unglücklich, wenn parallel Bayer 04 in der Bundesliga spielt", konstatierte er zerknirscht. Kein Team vermochte sich in der Folge wirklich abzusetzen, aus 27:29 (51.) machte der LTV sogar ein 30:29 (53.) und ging erstmals in der Partie in Front.

"Machen wir da eine Zwei-Tore-Führung draus, bin ich mir sicher, dass wir beide Punkte holen", sagte Lorenzet, der bei 32:31 (55:30) eine erneute Führung seines Teams sah, die aber auch nicht lange Bestand hatte. Ein verwandelter Siebenmeter für Lemgo 43 Sekunden vor Schluss gegen Nick Becker, der eine ordentliche Partie hielt, brachte Lemgo das 34:33 und nötigte Lorenzet zur finalen Auszeit. Becker ging zugunsten eines siebten Feldspielers auf die Bank, und unter großem Jubel vollendete Kreckler die feine Kombination zum Ausgleich. Zwar durften die Gäste mit der Schlusssirene noch einmal werfen, den verdienten Punkt aber gaben die Leichlinger nicht mehr aus der Hand. "Die Mannschaft hat Willen und Moral bewiesen und eine deutlich bessere Einstellung als zuletzt. Dass es nicht gereicht hat, ist schade, aber nicht zu ändern", fasste Lorenzet zusammen, der "mit dem Punkt gegen ein Spitzenteam richtig gut leben kann".

(mane)