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Lokalsport: LTV gibt gegen Menden den Sieg aus der Hand

Lokalsport : LTV gibt gegen Menden den Sieg aus der Hand

Beim Handball-Drittligisten aus Leichlingen hängt nach der Niederlage gegen Aufsteiger SG Menden Sauerland Wölfe der Haussegen schief. Trainer-Manager Frank Lorenzet zeigte sich tief enttäuscht vom Team.

Angespannte Stimmung beim Handball-Drittligisten Leichlinger TV: Nach dem 30:31 (17:16) gegen den Aufsteiger SG Menden Sauerland Wölfe sank die Laune der LTV-Protagonisten gen Gefrierpunkt. Trainer-Manager Frank Lorenzet zeigte sich am Freitagabend "geschockt", nachdem die in den ersten 20 Minuten der Partie klar mit sechs Toren vorne liegenden Hausherren zur Pause einbrachen und zum Schluss innerhalb von 14 Sekunden sogar noch eine knappe Führung naiv hergaben. "Unentschuldbare Fehler" seien der Grund für die Niederlage, die auch bei den Spielern tiefe Wunden hinterließ.

"Das ist der Mannschaft, mit der wir hier antreten, nicht würdig", sagte LTV-Torhüter Mathis Stecken. Der 24-Jährige parierte in der unterhaltsamen wie dramatischen Schlussphase mehrfach glänzend. Allerdings hatte er trotzdem das Nachsehen, weil seine Kollegen wie schon beim Saisonauftakt in Dormagen völlig den Faden verloren und den schlagbaren Gästen das Feld überließen. Nun stehen die Pirates nach zwei Siegen und zwei Niederlagen nach durchwachsenem Saisonstart auf Rang neun.

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Der sichtlich geknickte Stecken sagte nach der Schlusssirene: "Das waren alles Pflichtsiege." Zwei Punkte seien eigentlich verdient gewesen. Die Niederlage bezeichnete er als "Worst Case". Unpassend also, dass mit dem TV Korschenbroich und dem Longericher SC nun zwei ungleich schwerere Gegner warten. "Wenn wir da mit so einer Leistung auftreten, bekommen wir eine schöne Packung", sagt Stecken, der nach der Partie an harter Selbstkritik nicht sparte.

Die Ursachenforschung gestaltet sich beim LTV allerdings schwierig. Die Offensive lieferte wie gewohnt ordentlich. Der seit Wochen überragende David Kreckler war mit 14 Treffern nicht nur erneut bester Torschütze, sondern besticht neuerdings zudem als Spielmacher und bestimmt das Tempo. Davon profitierte Rechtsaußen Mike Schulz, der nach langer Verletzungspause langsam wieder in Form kommt und so mehr Freiheiten genießt. Stecken: "David ist der einzige, der konstant seine Leistung bringt."

Große Sorgen macht dagegen - wieder einmal - das Abwehrverhalten. "Das sind teilweise Fehler aus der C-Jugend", sagte der Leichlinger Schlussmann. "Wir bekommen 31 Tore, fangen uns viele Gegenstöße. Mannschaftlich sind wir weit davon entfernt das zu spielen, was wir uns vorgenommen haben." Tatsächlich wirkt die mit sieben Zugängen umgebaute Mannschaft bei weitem noch nicht gefestigt. Fragwürdige, aber nicht spielentscheidende Pfiffe der Schiedsrichter gegen beide Teams verunsicherten die Pirates deutlich. Die linke Seite mit dem erneut torlosen Harald Feuchtmann und Bastian Munkel tauchte total ab. Dazu leisteten sich routinierte Akteure wie Valdas Novickis und David Hansen individuelle Fehler im Angriff, die zu Gegentoren führten. Symptomatisch ist Hansens Pass nach dem 30:30-Ausgleich, der Sekunden vor dem Abpfiff einen weiteren schnellen Gegenstoß Mendens und das 30:31 mit dem Abpfiff ermöglichte. "Den Schuh muss ich mir anziehen. Das war viel zu riskant", sagte der 26-Jährige.

Spannend wird nun, ob und wie Lorenzet die längst erkannten Schwachstellen in den Griff bekommt. "Ich predige das seit Wochen", sagte das Klub-Urgestein. Bis jetzt scheint er keine Lösung gefunden zu haben.

LTV: Stecken, Bungart; Kreckler (14/5), Hansen (5), M. Schulz (5), Novickis (2), Hertlein (2), Rachow (1), Munkel (1), Menzlaff, Feuchtmann, Lange

(jim-)