Handball : LTV fühlt sich "veräppelt"

Eigentlich ist handballfreie Zeit. Aber abschalten, an etwas anders denken – das ist derzeit ausgeschlossen für Frank Lorenzet, Trainer-Manager des Leichlinger TV. Sein Team stieg aus der Zweiten Liga ab; besiegelt wurde dies, als der finanziell angeschlagene Konkurrent Concordia Delitzsch im zweiten Anlauf die Lizenz erhielt.

Eigentlich ist handballfreie Zeit. Aber abschalten, an etwas anders denken — das ist derzeit ausgeschlossen für Frank Lorenzet, Trainer-Manager des Leichlinger TV. Sein Team stieg aus der Zweiten Liga ab; besiegelt wurde dies, als der finanziell angeschlagene Konkurrent Concordia Delitzsch im zweiten Anlauf die Lizenz erhielt.

Nun gibt es Neues im Osten: Zunächst wurde berichtet, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Sachsen anhalten. Laut "Leipziger Volkszeitung" ist das vom Delitzscher Stadtrat beschlossene Darlehen über 300 000 Euro nur zum Teil geflossen. Zwischenzeitlich hätten Trainer und Spieler bereits ihre Kündigungen unterschrieben, weil der Verein mit den Gehältern dreieinhalb Monate im Rückstand sei. Dieses Szenario sei noch halbwegs begradigt worden, bevor Concordia gestern Nachmittag Insolvenz angemeldet hat.

Lorenzet sieht sich damit bestätigt in seiner Einschätzung, "dass nach Lage der Dinge die Lizenz für Delitzsch unrechtmäßig erteilt worden ist. Wir fühlen uns veräppelt." Sprich: Sollte Concordia rund um die Erlangung der Spielgenehmigung getrickst haben, "bringt uns das um Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen und die direkte Qualifikation für die Dritte Liga", moniert Lorenzet.

Er erwartet, dass die Handball-Liga dem LTV einen Startplatz in Liga zwei erteilt. Geschieht dies nicht, werde auch eine Klage seitens des LTV erwogen, berichtet Lorenzet: "Schließlich existiert die Grundlage, auf der die Lizenz erteilt wurde, nicht."

Die Chancen für den Verbleib in der Zweiten Liga erscheinen indes gering. Zwar beschäftigt sich die Handball-Liga mit dem Thema, sagt Geschäftsführer Frank Bohmann. Eine erteilte Lizenz könne aber nur zurückgenommen werden, wenn dem Verein betrügerische Absichten nachzuweisen sind. "Davon", sagt Bohmann, "sind wir hier weit entfernt."

Daran ändere das Insolvenzverfahren nichts, ergänzte Bohmann, "zumal es sich hier um ein Planinsolvenzverfahren handelt und nicht um eine herkömmliche Insolvenz". Auch das HBL-Präsidium verlangt vom Lizenzausschuss nach RP-Informationen eine Aufarbeitung der Vorgänge. Sollten Unregelmäßigkeiten um die Lizenzierung zutage treten, würden diese wohl mit Punktabzug oder Geldstrafen sanktioniert.

Aus Delitzsch ist zu hören, dass nach den Turbulenzen wieder Optimismus einkehre im Verein. Zwar bestünden die Bürgen, die für das städtische Darlehen geradestehen sollen, darauf, dass keine Altschulden mit dem Geld bezahlt werden. Der Altlasten will sich die Concordia nun durch per Insolvenzanmeldung entledigen.

(RP)