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Handball: LTV - als Etat-Winzling in die Zweite Liga?

Handball : LTV - als Etat-Winzling in die Zweite Liga?

Was für ein Kraftakt ein Aufstieg für die Handballer des Leichlinger TV wäre, zeigen die Etats aktueller Zweitligisten: Über eine halbe Million Euro verfügen die Kellerkinder, der LTV würde diese Summe wohl nicht annähernd erreichen.

Vor einem Jahr war der TuS Ferndorf noch fleißig dabei, seine imposante Serie auszubauen. 15 Partien in Folge war er unbesiegt, am Ende waren es 22 Spiele ohne Niederlage in Folge, die Siegerländer waren die unbestreitbare Spitze der Dritten Liga. Seit dem Aufstieg im Sommer hat sich das Bild allerdings gewandelt. Mit zwölf Punkten aus 21 Spielen ist der TuS vier Zähler vom rettenden Ufer abgetrieben. Es droht der schnellstmögliche Abschied aus Liga zwei. Das gleiche Schicksal droht im SV Henstedt-Ulzburg und der SG Leutershausen zwei weiteren Aufsteigern.

Was diese drei Klus neben der sportlichen Lage eint, sind ligaweit vergleichsweise bescheidene Etats. Während der aktuelle Zweite, der Bergische HC, auf geschätzte zwei Millionen Euro für die Rückkehr ins Oberhaus zurückgreifen kann, verfügen die Ferndorfer über rund 600 000 Euro, in Henstedt und Leutershausen soll es nicht ganz so viel sein. Angesichts dieser Summen haben in der Dritten Liga Süd bereits mehrere Vereine ihren Verzicht auf einen möglichen Gang in die Zweite Liga erklärt, darunter auch der Führende TSV Friedberg.

Beim Leichlinger TV ist der Wille zum Aufstieg indes ungebrochen. Die Gespräche mit potenziellen Unterstützern "werden intensiver", berichtet Trainer-Manager Frank Lorenzet. Womöglich werde Mitte März eine Entscheidung darüber fallen, ob der LTV den Schritt in die höhere Spielklasse stemmen kann und will. Allerdings ist bereits abzusehen, dass die Leichlinger als finanzieller Winzling den Aufstieg antreten würden. "Ich sehe es nicht so, man einen Etat von 500 000 Euro benötigt", sagt Lorenzet. Klar sei aber, dass der aktuelle finanzielle Rahmen "enorm aufgestockt" werden müsse, um in der neuen Liga kein Bild abzugeben, "mit dem wir dem gesamten Verein schaden würden". Entsprechend strebt der LTV wohl einen finanziellen Rahmen an, der irgendwo zwischen den kolportierten 200 000 Euro, mit denen zwischen 2008 bis 2010 zwei Saisons in der Zweitklassigkeit bestritten wurden, und den Etats der aktuellen Zweitliga-Schlusslichter liegt.

Damit sämtliche Zahlenspiele auch noch Aktualität besitzen, wenn Ende April die Lizenzierungsfrist bei der Handballliga abläuft, gilt es nun, sich den verbleibenden sportlichen Aufgaben mit Erfolg zu widmen. Morgen Abend steht dem Tabellenführer eine auf den ersten Blick einfache Aufgabe bevor: Im VfL Gladbeck läuft der Drittletzte im Smidt-Forum auf (19.30 Uhr). Zweimal allerdings ist der Aufsteiger aus der Oberliga Westfalen bereits als Favoritenschreck auffällig geworden: Im Dezember schlug er Wermelskirchen und vor einem Monat Wilhelmshaven. Zudem hat der VfL in Michael Kintrup den zweitbesten Feldtorschützen (110 Treffer) in seinen Reihen.

"Wir schauen nur auf uns", bekräftigt Lorenzet. "Wir wollen die Begeisterung der letzten beiden Spiele beibehalten und zu Hause keinen Punkt abgeben. Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung."

(RP/ac)