Lokalsport : Lorenzet stößt an seine Grenzen

Der Trainer des Handball-Drittligisten kümmert sich nicht nur um die sportlichen Dinge beim Leichlinger TV. Wegen der Hallensituation Am Hammer hat sich sein Aufgabenbereich erweitert. Dazu zählt auch das Verladen von Trommeln.

Auf der Vereinswebsite des Leichlinger TV können Besucher etwas über Trainer Frank Lorenzet erfahren. Im Profil des 47-Jährigen steht zum Beispiel, dass er gerne Golf spielen geht oder in der Sauna entspannt. Als berufliche Qualifikationen sind dort zu finden: Diplom-Sportlehrer und Journalist. Das ist aber nicht mehr ganz aktuell. Mittlerweile ist Lorenzet nämlich auch Umzugshelfer und Transporterfahrer, Reiseleiter kann er sich bald auch nennen. Denn durch die immer noch gesperrte Halle Am Hammer müssen die Drittliga-Handballer immer wieder auf andere Spiel- und Trainingsstätten ausweichen. "Ich, die Spieler und das gesamte LTV-Team sind schon über unsere Belastungsgrenze hinaus", sagt er. Nur durch viel Organisationsarbeit ist ein einigermaßen geregelter Trainingsablauf möglich.

Samstag Lorenzet wirft einen Blick auf die Hallenbelegung für die kommende Woche. Wann er zum Training in die Smidt-Arena in Leverkusen kann, weiß er bereits vorher. "Wir sprechen uns regelmäßig ab", sagt er. Steht die Halle mal nicht zur Verfügung, greift der Trainer zum Hörer und fragt bei Trainerkollegen nach, ob der LTV die Halle nutzen kann. Nach Witzhelden, Hilgen oder Neuss sind die Leichlinger bereits für ihr Training gefahren.

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Montag Am vergangenen Montag musste sich der Trainer etwas einfallen lassen. Die Smidt-Arena stand wegen einer Kundgebung nicht zur Verfügung. Also ging es kurzerhand in ein Fitnessstudio. Dort stand zunächst die Video-Analyse des 30:30-Unentschieden vom vergangenen Freitag auf dem Plan. Danach ließ Lorenzet seine Spieler schwitzen.

Mittwoch Zur zweiten Einheit der Woche kann der Trainer die Smidt-Arena nutzen. "Das ist die einzige Halle, die uns konstant zur Verfügung gestellt wird", sagt Lorenzet. An diesem Mittwoch hat Bayer 04 kein Heimspiel in der Champions League. Sonst hätten sich Spieler und Trainer inklusive Ausrüstung und Bällen bereits auf dem Weg zur Smidt Arena warmlaufen können. Der Bereich um die Halle ist dann weiträumig gesperrt, Parkplätze gibt's am Silbersee.

Donnerstag Zum letzten Training vor dem Spiel am Freitag bittet der Trainer in Wermelskirchen. Einen Tag später wird der LTV hier gegen den Tabellenzweiten aus Hagen aufs Feld laufen und auf die Unterstützung der Fans bauen. Damit die sich lautstark bemerkbar machen können, packt der Trainer selber an. "Trommeln, Getränke und was dazugehört, laden wir am Spielort in die Bullis und fahren damit zur nächsten Halle", schildert Lorenzet. Das dauere jedes Mal ein paar Stunden. Für andere Sachen bleibt da nicht viel Zeit übrig: "Ich bin ja eigentlich Trainer. Im Moment bin ich aber auch Handwerker, Planer und mit BWL muss ich mich auch auseinandersetzen."

Freitag Das ist sicher nicht die beste Vorbereitung auf das schwere Spiel gegen die Hagener (20 Uhr, Halle Stettiner Straße) in Wermelskirchen. Nach dem 30:30 gegen die Löwen aus Duisburg wollen die Leichlinger weiter Selbstvertrauen tanken. "Die Spieler wissen, dass wir den Ansprüchen hinterherhinken", sagt Lorenzet.

(RP)