Analyse: Leverkusens Basketballern fehlt ein Führungsspieler

Analyse: Leverkusens Basketballern fehlt ein Führungsspieler

Die Niederlage im Play-off-Achtelfinale um den Aufstieg in die ProA gegen die Artland Dragons war ein Spiegelbild der Giants-Saison. Der Zweitligist aus Leverkusen zeigte sein gewaltiges Potenzial zwar phasenweise, doch es fehlte die Konstanz über drei Spiele.

Mit 75:90 endete das finale Saisonspiel der Bayer Giants. Bei den favorisierten Artland Dragons kämpften sich die Leverkusener zurück und glichen zum 58:58 zehn Minuten vor Schluss aus. Dass es dann nicht reichte, um für eine dramatische Endphase im entscheidenden Achtelfinalduell zu sorgen, war vor allem der hohen Foulbelastung zuzuschreiben. Was bleibt, ist eine Saison voller Hoffnung, die sich jedoch nie so recht erfüllte.

"Es war schon schade", sagt Achim Kuczmann. "Mit so vielen belasteten Spielern konnten wir einfach nicht mehr so aggressiv agieren." Die Artländer kauften den Giants den Schneid ab und gewannen am Ende ein paar Punkte zu hoch. "Aber es war eine tolle Serie mit einer Atmosphäre, die an Erstliga-Zeiten erinnerte", sagt der Giants-Trainer.

Letztlich haben die Leverkusener ihr Soll gegen die starken Dragons erfüllt. Um als Süd-Achter den Nord-Ersten zu schlagen, muss viel klappen. Das Potenzial war da, doch am Ende wurde es eben doch nicht ganz abgerufen - wie eigentlich während der gesamten Spielzeit. Immer wieder bewiesen die Giants, dass sie als Mannschaft hervorragend funktionieren können. Sie feierten Erfolge gegen die vier stärksten Teams der Liga, unterlagen aber auch immer wieder überraschend gegen vermeintlich schwächere.

  • Analyse : Leverkusens Basketballern fehlt ein Führungsspieler

Klar ist die ProB ausgeglichen besetzt - das macht sie sportlich so interessant. Aber die Giants haben sich eben auch konstant inkonstant präsentiert, was letztlich nur zu einer schlechten Ausgangsposition für die Play-offs reichte. "Wir haben im Winter jemanden geholt, der uns sehr geholfen hat", erinnert Kuczmann an Ron Mvouika. "Er kam als Leistungsträger, verletzte sich dann aber so schwer an der Schulter, dass die Saison für ihn gelaufen war." Tatsächlich repräsentierte der Franzose genau das, was Bayer fehlte: einen Spieler, der das Zepter in die Hand nimmt, wenn es darauf ankommt.

Donovon Jack und Bruce Beckford - die beiden US-Amerikaner im Team - sind zweifellos gute Spieler, aber sie rissen selten nach oben aus. "Man weiß nie, wie sich die Importspieler entwickeln. Beide haben ihre Leistung gebracht", betont der Coach, der sich nicht in die Karten schauen lassen möchte, ob er das Duo halten will. Die Indizien weisen aber auf einen Wechsel hin. Zum einen hat der Verein bereits im vergangenen Winter mit Mvouika reagiert, zum anderen fehlten eben die ganz großen Spiele. "Mit US-Spielern macht man immer nur Verträge für ein Jahr, so dass man sich sowieso von beiden Seiten immer neu orientiert."

Komplett schlecht war die Giants-Saison aber auch nicht. Das Team hat sich vor allem nach Mvouikas Verletzung teilweise stark gezeigt. "Es war klasse, dass die Jungs zwei Spieltage vor Schluss die Play-offs klargemacht haben", sagt Kuczmann. Die Hoffnung war zu dem Zeitpunkt einmal mehr groß - doch dann fehlten die Ergebnisse.

(trd)
Mehr von RP ONLINE