Lorenzet-Nachfolger gefunden : Heino Kirchhoff ist neuer sportlicher Leiter beim LTV

Der 64-Jährige hat einen Vertrag mit unbestimmter Dauer beim Handball-Drittligisten unterschrieben. Zehn Trainerkandidaten stehen auf seinem Zettel.

Eine Woche nach der überraschenden Entlassung von Frank Lorenzet hat der Leichlinger TV den ersten von zwei Nachfolgern seines ehemaligen Trainer-Managers gefunden: Heino Kirchhoff wird neuer sportlicher Leiter des Handball-Drittligisten. Die Pirates einigten sich mit dem 64-Jährigen auf eine Zusammenarbeit mit bisher unbestimmter Laufzeit.

Die erste Aufgabe des neuen Mannes ist klar: ein neuer Trainer, der zweite Nachfolger Lorenzets, muss her. „Es ist schwierig, zu diesem Zeitpunkt geeignete Kandidaten zu präsentieren“, sagt Kirchhoff im Gespräch mit unserer Redaktion. Zehn Kandidaten habe er im Kopf. „Die muss ich jetzt alle erreichen – und dann sehen wir weiter.“

Sorge, dass Teile der Mannschaft den Neuen nicht akzeptieren könnten, hat er nicht: „Wir werden den Jungs keinen Trainer präsentieren, der grauselig ist.“ Die Spieler sollen ihre Meinung zu möglichen neuen Trainern abgeben dürfen, „Wasserstandsmeldungen“ werde es aber nicht geben, betont Kirchhoff.

Unklar bleibt, ob die Blütenstädter eine Lösung auf lange oder kurze Sicht präsentieren werden. Kirchhoff schloss zumindest nicht aus, am Ende eine Übergangslösung für die kommende Saison vorzustellen. Bis der neue Trainer gefunden ist, bereitet nach wie vor Lorenzets ehemaliger Co-Trainer Björn Aust die Mannschaft auf die am übernächsten Wochenende startende Saison vor. In drei Tagen steht bereits das erste Pflichtspiel im DHB-Pokal gegen den Erstligisten SC DHfK Leipzig Handball an.

Dass sich A-Lizenz-Inhaber Kirchhoff am Ende selbst auf die Bank setzt, ist nicht vorgesehen. „Darüber denke ich aktuell nicht nach, damit beschäftige ich mich nicht.“ Auch für den Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Pima, Günther Steffens, sei dieses Szenario „der letzte Ausweg“.

Kirchhoff kennt sich im Handball-Westen aus. Der pensionierte Lehrer am erzbischöflichen Mariengymnasium in Leverkusen trainierte eine Vielzahl an Handballern im Rheinland. Unter anderem die von Eintracht Hagen, dem heutigen Leichlinger Partnerverein LTV Wuppertal und TuRu Düsseldorf.

Vor 20 Jahren gelang ihm sogar der Sprung zum VfL Gummersbach, später übernahm Kirchhoff die heute im Bergischen HC aufgegangene SG Solingen. Leichlingens Liga-Konkurrenten SG Langenfeld führte er aus der Landes- in die Oberliga. Das Gefühl, Lorenzet zu ersetzen, ist ihm dabei nicht neu. Zwischenzeitlich folgte Kirchhoff Lorenzet schon einmal nach, beim Wermelskirchener TV.

Zuletzt verlief seine Karriere ein wenig holpriger. Über Kurz-Engagements bei der HG Remscheid, dem Ohligser TV und dem ART Düsseldorf landete Kirchhoff wieder in der Verbandsliga – beim Solinger TB. Dort wird er seine Tätigkeit als sportlicher Leiter fortsetzen, was durchaus ungewöhnlich ist. „Sportliche Überschneidungen wird es geben“, sagt Kirchhoff, der in seiner Doppelaufgabe aber keine Probleme sieht.