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Leichlinger TV und TuS 82 Opladen – Ärger um erneute Spielverlegung

Handball, 3. Liga : Corona-Zoff zwischen LTV und TuS 82

Leichlingens Drittliga-Handballer wollen nach mehreren Infektionen im Team auch ihre nächsten beiden Partien verschieben – eine davon ist das Nachhol-Derby gegen Opladen. Doch der TuS 82 stimmt nicht zu, was auf der Gegenseite für Ärger sorgt.

Der Corona-Ausbruch in der Mannschaft des Leichlinger TV nimmt weiter Einfluss auf den Spielbetrieb – und sorgt zugleich für Ärger. Der Handball-Drittligist möchte aufgrund der noch nicht absehbaren gesundheitlichen Folgen für seine erkrankten Spieler auch die beiden anstehenden Spiele nach der Zwangspause neu terminieren. Das betrifft die für Samstag angesetzte Partie bei der HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II sowie das für Dienstag kommender Woche geplante Nachholspiel beim TuS Opladen.

Während die HSG bereits einer Verlegung zustimmte, wollen die Opladener das Derby nicht freiwillig erneut verschieben – was den LTV erzürnt. „Jeder kennt unsere Situation, niemand würde eine Verlegung infrage stellen. Unser Nachbar anscheinend schon. Das enttäuscht mich sehr”, sagt Elmar Müller. Der Sportliche Leiter des LTV ergänzt: „Mit Dutenhofen war es überhaupt kein Problem. Sie hatten vollstes Verständnis. Dafür möchte ich mich bedanken.”

Der TuS Opladen möchte diese Sicht der Dinge so nicht stehen lassen. Volker Leisner, Manager der 1. Mannschaft, betont: „Das hat nichts mit Freiwilligkeit zu tun. Es gibt feste Regeln – und an die halten wir uns. Ich habe nicht vor, die Probleme des LTV zu meinen zu machen.“ Zudem sei der Nachholtermin am Dienstag der ausdrückliche Wunsch der Leichlinger gewesen. „Wir haben uns gewundert, dass der LTV so schnell wieder spielen will. Wir wollten deutlich später am 25. November spielen”, berichtet Leisner, der sich möglichst viele Ausweichtermine für eventuelle weitere Nachholpartien aufsparen möchte.

Beim LTV infizierten sich unlängst mehrere Spieler mit Covid-19, manche davon mit schwerem Krankheitsverlauf. Der Klub orientiert sich bei der Rückkehr in den Spielbetrieb an den Vorgaben des Deutschen Handballbundes (DHB). Dessen Taskforce „Return-to-Competition“ empfiehlt, dass genesene Spieler „vor der Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb einer umfassenden fachärztlichen Einschätzung unterzogen werden sollten”. Dafür benötigt der Klub nach eigenen Angaben allerdings mehr Zeit. Der letzte Spieler komme erst am Donnerstag aus der Quarantäne. Müller bekräftigt, dass „keiner in unserem Verein die Gesundheit der Spieler gefährden wird. Wenn wir die Punkte am Ende verlieren, dann ist das so.”

Opladen beruft sich derweil auf den offiziellen Weg des DHB. Dieser gibt vor, dass Spielverlegungen auch nach überstandener Erkrankung genehmigt werden, wenn sechs oder mehr Spieler von einem Facharzt für nicht handballspielfähig erklärt werden. Der LTV, der keinen eigenen Mannschaftsarzt hat, versucht nun, die entsprechenden Bescheinigungen einzuholen. „Das hätte man alles vermeiden können”, ärgert sich Müller. Er versichert: „Umgekehrt hätten wir niemals so reagiert.“