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Leichlinger TV/TuS 82 Opladen:Start des TuS 82 wird zum Geduldsspiel

Doppelinterview vor Drittliga-Derby : Start des TuS 82 wird zum Geduldsspiel

Das Drittliga-Debüt der Handballer des TuS 82 Opladen verschiebt sich nach Corona-Fällen beim eigentlichen Gegner Leichlinger TV erneut nach hinten. Beim LTV spricht der Sportliche Leiter derweil vom „Worst Case“.

Die zweite Spielabsage binnen einer Woche ließ die Handballer des TuS Opladen zunächst verstummen. „Sprachlos“ sei er gewesen, berichtete der Sportliche Leiter Markus Sonnenberg über seine ersten Gefühle am Mittwoch. „Es ist unwirklich und super bitter für die Mannschaft.“ Bei Trainer Fabrice Voigt wich der Frust über die zwangsweise Verlegung des Drittliga-Derbys gegen den Leichlinger TV schnell den Genesungswünschen in Richtung der Nachbarstadt: „Ich hoffe, dass alle Betroffenen schnell gesund werden.“

Inzwischen mehrere bestätigte Corona-Fälle in den Reihen des LTV stellen beide Klubs aus der Region vor große Herausforderungen. Während sich die komplette Mannschaft des LTV in Quarantäne befindet und zunächst einmal hofft, dass weitere Infektionen ausbleiben, befasst sich der TuS bereits mit den sportlichen Folgen seines holprigen Starts in die 3. Liga.

Auch nach dem 2. Spieltag wird das Voigt-Team noch keine Partie in seiner neuen Liga absolviert haben. Der Auftakt beim Longericher SC war in der vergangenen Woche der Technik zum Opfer gefallen, die Hallenbeleuchtung funktionierte nicht. Die zweite Partie, das erste Drittliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte, platzte nun bereits zwei Tage vor dessen Austragung aufgrund von Corona. „Damit müssen wir uns jetzt leider abfinden“, sagte Sonnenberg bedient, versicherte aber: „Das Team ist weiterhin heiß und hat Bock.“ Die größte Herausforderung dürfte nun dennoch sein, die Spannung innerhalb der Mannschaft aufrechtzuerhalten.

Denn zweifelsfrei startet der TuS mit einem Nachteil in die Saison. Er hat keinen Schimmer, wo er steht. Das sei schon „schwierig“, klagte Voigt: „Wir kommen überhaupt nicht in unseren Rhythmus.“ Gleichwohl könnte sich diese Situation in den kommenden Wochen drehen. Dann drohen Voigt und seinem Team umso mehr Spiele. Die Partie in Köln wird am 16. Dezember nachgeholt. Auch das Derby gegen den LTV soll nach dringender Aufforderung des Deutschen Handballbundes (DHB) noch in diesem Jahr stattfinden. Wenn es so weitergehe, „sind wir bald beim Spielplan der Profis angekommen“, warnte Sonnenberg. „Zu der psychischen Belastung kommt dann irgendwann die körperliche Belastung.“

Doch eine Alternative gibt es nicht – und es war klar, dass es zu Fällen wie nun in Leichlingen kommen könnte. Der Schock saß dennoch – verständlicherweise – ziemlich tief. Erst recht beim direkt betroffenen LTV, der auch sein für die kommende Woche angesetztes Heimspiel gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verschieben muss. Ob noch mehr Fälle auftreten oder nicht – höchstwahrscheinlich befindet sich das Team dann noch immer in Quarantäne, da alle Beteiligten als Kontaktperson der Kategorie 1 gelten. Zwar hätten noch nicht alle Spieler eine entsprechende Anweisung durch das Gesundheitsamt erhalten. „Wir gehen aber verantwortungsvoll mit der Situation um und machen das vorsorglich“, sagte Elmar Müller.

Der Sportliche Leiter des LTV spricht von einem „Worst-Case“-Szenario, das eingetreten sei. Zugleich habe das Krisenmanagement des LTV hervorragend funktioniert. Alle betroffenen Personen und Vereine seien innerhalb von zwei Stunden nach Bekanntwerden des ersten positiven Testergebnisses informiert worden. „Das hat auch der DHB gelobt“, berichtete Müller.