Leichlinger TV trennt sich 26:26 vom Longericher SC

Derby gegen Longerich : Leichlinger Remis sorgt für Diskussionen

Das 26:26 zwischen den Handball-Drittligisten Leichlinger TV und Longericher SC sorgt bei den Verantwortlichen für gemischte Gefühle.

Gut geschlagen und einen Punkt gewonnen – oder spät eingebrochen und den Sieg verschenkt? Die Eindrücke nach dem 26:26 (13:14) im Handball-Derby zwischen den Drittligisten Leichlinger TV und Longericher SC unterschieden sich je nach Sichtweise deutlich. LTV-Trainer Lars Hepp verriet, dass er seine Spieler nach dem Spielende in der Kabine aufgebaut habe: „Ich habe meiner Mannschaft gesagt: ‚Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause’.“

LTV-Manager Ingo Jacobi sagte nach dem Unentschieden: „Ich fand das Spiel spannend, aber vom Niveau her nicht gut. Ich bin der Meinung, dass die Mannschaft nicht unbedingt das Stehvermögen hat, um solche Spiele zu gewinnen.“ Zwei unterschiedliche Sichtweisen – doch wer lag richtig?

Die verschiedenen Eindrücke ließen sich beide gut begründen: Hier Trainer Hepp, dessen Mannschaft sich gegen die favorisierten Longericher engagiert ins Spiel warf, quälend lang in Rückstand lag und schließlich einen Punkt mitnahm, der den Sturz auf einen Abstiegsplatz aber nicht verhinderte. Auf der anderen Seite Jacobi: Er sah, wie Leichlingen kurz vor Ende sogar mit drei Toren in Führung lag (26:23, 55.), aber dennoch nicht gewann.

„Die letzten zehn Minuten waren bezeichnend. Da fehlt ein weiterer Rückraumspieler, der – wenn Maik Schneider mit einem Deckungsspieler konfrontiert ist – vielleicht mal die Tore erzielt“, bemängelte Jacobi, der die Routiniers in die Pflicht nahm und kritisierte: „Valdas Novickis war auch nicht unbedingt derjenige, der diesen Part übernommen hat.“

Es wirkt, als sei Leichlingen in dieser Hinrunde in einer Zeitschleife gefangen. Immer wieder spielt die Mannschaft gut, gewinnt aber zu selten. „Das hatten wir in dieser Saison schon oft“, bestätigte Hepp. „Es tut mir leid für die Jungs, dass sie sich nicht belohnen.“ Ein Grund für den ausbleibenden Erfolg ist die aufkommende Siebenmeter-Problematik. Schon in der Vorwoche beim 26:27 in Schalksmühle verwarf die Mannschaft Wurf um Wurf vom Strich, nun landeten erneut nur drei von sechs Versuchen im Tor.

Nicht unbedingt deswegen, aber aufgrund der prekären Lage in der Tabelle beschäftigt sich der Verein mit dem Ex-Krefelder David Hansen. „So jemand wäre natürlich hilfreich“, sagt Jacobi. „Ein Rückraumspieler, der das Spiel in die Hand nimmt, aber nicht diese hohe Fehlerquote vorweist.“ Auch mit Blick auf die Abhängigkeit von Routinier Schneider, der als Linkshänder zwar eine andere Position als Hansen bekleidet, dessen Verbleib über den Winter hinaus aber unsicher ist, muss sich der Verein umschauen.

„Die Fehler machen ja nicht die, die aus unteren Ligen kommen, sondern etablierte Spieler“, sagte Jacobi. „Das ist für mich enttäuschend. Gerade von denen erwartet man das nicht.“

Weiter geht’s für den LTV in zwei Wochen beim Tabellensechsten Bergische Panther (29. November, 20 Uhr).

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