Leichlinger TV: Timo Blums Nervenstärke lässt den LTV aufatmen

Erster Sieg für die „Pirates“ : Blums Nervenstärke lässt den LTV aufatmen

Ein durch Timo Blum verwandelter Siebenmeter beschert dem Handball-Drittligisten aus Leichlingen den ersten Saisonsieg. Gegen den OHV Aurich gewinnt das Team von Trainer Lars Hepp mit 22:21 (13:12).

Kurz nach seinem Wurf ins Glück war Timo Blum nicht mehr zu sehen. Wenige Minuten später, als der Linksaußen des Leichlinger TV beinahe jeden seiner Mitspieler in einer riesigen Jubeltraube geherzt hatte, war die Erklärung für sein so wichtiges Tor ziemlich simpel. „Ich war sehr aufgeregt, aber der Ball musste eben rein. Wir standen ja nicht so gut da, also habe ich einfach geworfen“, sagte der 22-Jährige. Sein verwandelter Siebenmeter zum 22:21 (13:12) gegen den OHV Aurich bescherte dem Handball-Drittligisten aus der Blütenstadt den ersten Saisonsieg – und viel Erleichterung.

„Der Druck war groß“, betonte Kapitän Alexander Kübler. „Wenn wir keine Punkte geholt hätten, hätten wir in einen ganz gefährlichen Strudel kommen können.“ Mit dem willensstark und engagiert erkämpften Erfolg in letzter Minute aber verschaffte sich das Team von Trainer Lars Hepp im Abstiegskampf (3:11 Punkte) nach zuvor sechs sieglosen Spielen etwas Luft. In den verbleibenden Partien des Monats beim VfL Eintracht Hagen (11. Oktober), gegen den VfL Gummersbach II (18. Oktober) und beim TuS Volmetal (26. Oktober) müssen aber weitere Erfolge her, um nicht gleich wieder abzurutschen.

Mit etwas Abstand wurde auch den Protagonisten klar, dass eine Leistung wie gegen Aurich am Freitag nicht immer ausreichen dürfte. Für den ersten LTV-Erfolg, der zweifellos moralisch von großem Wert ist, musste sportlich viel zusammenkommen. „Wir haben heute nicht gut gespielt“, sagte Kübler, bei dem die Euphorie schnell Realismus wich: „Wir haben noch unheimlich viel Luft nach oben. Diese Partie wollten und mussten wir eher gewinnen als der Gegner.“

Dem LTV – zu Saisonbeginn stark verjüngt und umgebaut – unterliefen erneut individuelle Fehler. Die starken Torhüter David Ferne und Linus Mathes hielten die „Pirates“ aber mit zahlreichen Paraden im Spiel. Hinzu kam, dass die Gäste im Positionsangriff kaum gefährlich wurden – was ihrer fehlenden Variabilität, aber auch einer stabilen Defensive des LTV geschuldet war.

Es kam zum Herzschlagfinale, das für Hepp offenbar zu viel wurde. Der Coach flüchtete vor Blums coolem Wurf ins linke untere Eck in die Katakomben. Zur offiziellen Pressekonferenz wenig später schickte er seinen Co-Trainer. „Dieser Sieg tut richtig gut“, betonte Björn Aust. Matchwinner Blum ergänzte: „Wir müssen locker bleiben und dürfen nicht den Spaß an der Sache verlieren. Wenn wir jedes Spiel spielen, als sei es das letzte, kommen auch die Erfolge.“

LTV Ferne, Mathes – Schneider (6), Kübler (1), Jagieniak, Gelbke (1), Blum (3/2), Meurer (3), Linnemannstöns (3/3), Sivananthan, Natzke (2), Richartz, Senden (2), K. Zulauf