Handball: 3. Liga : Leichlinger TV steht vor Woche der Wahrheit

Ob die Handballer des Leichlinger TV auch kommende Saison in der Dritten Liga weiterspielen können, wird in den nächsten Tagen entschieden. „Die Hürden für das neue Konstrukt sind nicht gerade niedrig“, sagt der Vereinsvorsitzende Martin Hasenjäger.

Gibt es eine Drittliga-Zukunft oder versinkt der Handball in der Blütenstadt in der Bedeutungslosigkeit? Eine Entscheidung beim Leichlinger TV steht kurz bevor. Wenn die Abteilung um Leiter Ralf Meier in der kommenden Woche dem Gesamtverein ein Konzept vorlegt, muss viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Die Hürden für das neue Konstrukt sind nicht gerade niedrig“, bekräftigt der LTV-Vorsitzende Martin Hasenjäger. Er und die weiteren Mitglieder des Vorstands wollen nach der Präsentation innerhalb weniger Tage entscheiden, ob das Konzept tragfähig ist – und der LTV seine Meldung für die kommende Drittliga-Spielzeit aufrechterhält.

Meier möchte sich auf der Zielgeraden der Verhandlungen nicht mehr öffentlich äußern. Es gebe nichts Neues, versicherte der Abteilungschef. Anscheinend zeichnet sich jedoch eine leicht positive Tendenz ab. Schon zuletzt hatte Meier erste Erfolge in Gesprächen mit Sponsoren vermeldet. Die Tatsache, dass auch einige Spieler weiterhin an eine Zukunft in Leichlingen glauben, spricht zusätzlich für einen möglichen Erfolg bei den Konsolidierungsarbeiten. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es funktioniert“, sagt auch Hasenjäger.

Der Vereinschef steht im ständigen Austausch mit Staffelleiter Andreas Tiemann. Der Verband hatte dem Klub zugestanden, bis zum 30. Mai über seine bereits vor dem Insolvenzantrag der ehemaligen Spielbetriebs GmbH eingegangene Meldung zu entscheiden. Zieht der LTV zurück, muss er keine direkten finanziellen Konsequenzen fürchten. Sportlich würde es bei einem Nichtantritt in die Niederungen des Amateurhandballs gehen. Der LTV bevorzugt aber ohnehin die Perspektive: 3. Liga oder nichts.

Das macht den Klub trotz der derzeit unsicheren Zukunft auch für Spieler weiterhin interessant. Während andere Vereine trotz den naheliegenden Corona-Schwierigkeiten schon recht weit bei ihren Kaderplanungen sind, muss der LTV praktisch bei null anfangen – hat logischerweise aber viele Plätze frei. Vier bis fünf Spieler aus dem Kader der vergangenen, abgebrochenen Saison sollen die Bereitschaft signalisiert haben, bei einem vernünftigen Konzept unter angepassten Konditionen weiter für Leichlingen spielen zu wollen. Dazu dürfte unter anderem Talent Thorben Richartz zählen. Andere Akteure wie Rückraumspieler Alexander Senden (TSV Bayer Dormagen) oder Maik Schneider (HSG Krefeld) haben längst neue Klubs gefunden, wieder andere wie Kreisspieler Lars Jagieniak sind stark umworben.

Sollte der Verein in der kommenden Woche also sein „Go“ geben, beginnt die Arbeit erst richtig. Die Abteilung hofft, dass nach dem Verein auch Lars Hepp vom Konzept überzeugt ist und seine Zusage gibt. Der LTV setzt fest auf ihn als Trainer und hat keinen Plan B in der Tasche. Dem A-Lizenz-Inhaber soll zudem ein Sportlicher Leiter zur Seite gestellt werden. Was mit den gleich drei Managern aus der vergangenen Saison geschieht, ist dagegen noch unklar. Es bleiben viele Fragen. Die wichtigste soll in der kommenden Woche beantwortet werden.