Nach Lorenzet-Aus : LTV steht vor Woche der Entscheidungen

Gesellschafter Günther Steffens soll einen Nachfolger für den geschassten Trainer-Manager Frank Lorenzet finden. Die Suche gestaltet sich kurz vor dem Saisonstart schwierig. Heino Kirchhoff soll wohl sportlicher Leiter werden.

Er ist weg, fristlos entlassen. Und doch ist Frank Lorenzet weiter in den Köpfen der Spieler und Funktionäre des Leichlinger TV. Weil es unmöglich ist, jemanden wie Lorenzet gleichwertig zu ersetzen. Dass er nun gleich zwei Nachfolger bekommen soll, spricht für sich. Nicht nur die Spieler, sondern auch fast jeden des „Teams hinter dem Team“ holte Lorenzet zum Handball-Drittligisten. Das gilt für Cateringkräfte genauso wie Sponsoren, die der Trainermanager bei der Stange hielt.

Keine leichte Aufgabe für Gesellschafter Günther Steffens, der mit der Suche beauftragt ist. Der Markt für Trainer gilt als nahezu leergefegt – kein Wunder, weniger als zwei Wochen vor dem Ligastart. Deswegen soll zuerst ein Sportlicher Leiter kommen oder zumindest jemand, der die Gesellschafter zukünftig in Handballfachfragen berät. Top-Kandidat ist Heino Kirchhoff, ehemaliger Trainer bei der SG Solingen und dem künftigen Ligakonkurrenten SG Langenfeld.

Die endgültige Entscheidung wird aber erst am Dienstagabend fallen. Erst dann nimmt die Suche nach einem neuen Trainer richtig Fahrt auf, da der neue sportliche Leiter mitentscheiden soll. Rene Witte, zuletzt Manager bei den zweitklassigen Rhein Vikings in Düsseldorf, ist dagegen definitiv kein Thema. Gleiches gilt für Dennis Werkmeister, der in der kommenden Saison Manager in Langenfeld und Trainer beim LTV Wuppertal bleibt.

Sicher ist: Die Leichlinger Mannschaft blickt mit Sorge auf die Personalentscheidungen der kommenden Tage. Als die Spieler am Dienstag der vergangenen Woche durch die Gesellschafter von der Entlassung Lorenzets erfuhren, sei dies ein Schock gewesen. Dass der 50-Jährige in naher Zukunft „sein“ Amt nicht mehr bekleiden würde, war zumindest für die Spieler nicht vorstellbar. Nun sorgt sich das Team, rund eine Woche vor Saisonstart einen neuen Trainer und sportlichen Leiter zu bekommen, mit denen  Teile der Mannschaft nicht klarkommen könnten. Es wäre durchaus möglich, dass es je nach Trainerentscheidung Abgänge gibt.

Denn auch wenn Lorenzet keineswegs als einfach gilt, wusste die LTV-Mannschaft, auf was sie sich in Leichlingen einlässt. Lorenzet schaffte es Jahr für Jahr, eine in der Regel erfahrene und aus vielen Einzelcharakteren bestehende Mannschaft hinter sich zu versammeln und zu führen. 2016 bescherte er dem LTV mit dem Gewinn der Drittliga-Meisterschaft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Die Jahre davor und danach spielten die Pirates stets oben mit.

Die Mannschaft, so ist es zu hören, soll in den Prozess der Suche eines neuen Trainers und eines neuen Managers zwar nicht direkt eingebunden sein, aber durchaus Mitspracherecht besitzen. Sie verweist auf ihre missliche Situation, sich mit gänzlich anderen Erwartungen auf die Saison in Leichlingen vorbereitet zu haben. Nun, wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel, weiß kein Akteur, was passieren wird – und, was passiert ist. Die große Euphorie vor dem ersten Spiel ist von jetzt auf gleich verflogen. Intern hatte sich die gut verstärkte Mannschaft zum Ziel gesetzt, eine ernste Rolle im Kampf um die Meisterschaft spielen zu können. Der Kader ist stark wie nie aufgestellt, die Liga dagegen schwach wie lange nicht. Jetzt muss jemand nur noch die Früchte dieser Vorbereitung ernten. Frank Lorenzet wird es nicht sein.