Leichlinger TV startet als Wundertüte in die Spielzeit

Standortbestimmung in Neuss : „Wundertüte“ LTV startet in die Saison

Das beinahe komplett runderneuerte Team um Trainer Lars Hepp ist am Samstag beim Zweitliga-Absteiger HSG Rhein Vikings zu Gast.

 Wenn der Handball-Drittligist Leichlinger TV am Samstag (17 Uhr, Hammfeld-Halle) gegen den Zweitliga-Absteiger HSG Rhein Vikings in die Saison startet, präsentiert sich der Verein von der Wupper rundum erneuert. „Wir freuen uns sehr, dass es endlich losgeht und sind hochmotiviert“, betont LTV-Trainer Lars Hepp, dessen Team in einer umstrukturierten Liga antritt. Mit dem Wilhelmshavener HV und dem OHV Aurich sind wieder zwei Teams aus Norddeutschland in der Staffel vertreten, die als neuformierte 3. Liga Nord-West läuft. Eine Prognose ist entsprechend schwierig. „Vorbereitung ist Vorbereitung, aber jetzt geht es in die Saison. Wir haben die Zeit gut nutzen können. Inwieweit sich das in Punkten auszahlt, wird man sehen“, stellt Hepp fest.

Verzichten muss der 41-Jährige gegen die Rhein Vikings mit Sicherheit auf Spielmacher Valdas Novickis (nach Achillessehnenriss) und Alexander Kübler (nach Muskelfaserriss), bei denen Hepp kein Risiko eingehen möchte. „Sie sollen sich erstmal vollständig erholen“, sagt der Handball-Trainer, der zudem um die beiden Rückraumspieler Alexander Senden und Maurice Meurer bangt. Beide leiden an leichten Knieblessuren. Ein Leistungstest am Ende der Woche soll Klarheit schaffen.

Dabei könnte Leichlingen seine Leistungsträger gerade zu Beginn der neuen Saison gut gebrauchen. Das Auftaktprogramm hat es in sich. Nach den Rhein Vikings kommt mit Wilhelmshaven ein weiterer Absteiger zum ersten Heimspiel in die Blütenstadt. In das erste Saisonspiel gehe seine Mannschaft daher sicher nicht als Favorit, glaubt Hepp, der mit dem stark veränderten Kader in der Vorbereitung den Schwerpunkt auf spielerische Elemente legte. Bei einem Turnier in Langenfeld und beim eigenen Pirates-Cup machte sein Team einen guten Eindruck. Der LTV bot auch nominell stärkeren Mannschaften Paroli. „Gut“ sei der Fortschritt seiner Mannschaft, sagt Hepp, schränkt aber auch ein: „Bis wir konstant sind, wird es noch etwas dauern.“ Verstecken möchte er sich deswegen aber nicht: „Wir müssen das, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben, auch in der Liga auf das Spielfeld zu bekommen“, sagt Hepp.

Dort laufen die LTVler inzwischen in dunkelblauen Trikots eines neuen Ausrüsters auf und auch das Team hinter dem Team sieht anders aus. Mit Lukas Tebbe gibt es nun einen Mannschaftsbetreuer, Thomas Bäckmann und Ingo Jacobi stoßen zum Stab um Manager Niklas Frielingsdorf. Es ist eine Umwälzung der Klub-Struktur, die Hepp schon in der vergangenen Saison begann. Nun wird es spannend zu sehen sein, wie sich die Neuaufstellung auswirkt.

Besonders die Außenspieler Timo Blum, Fynn Natzke, Vibulan Sivananthan und Fabian Graef haben wenig bis keine Drittliga-Erfahrung. Graef sprach daher vor einigen Wochen aus, was wohl viele Beobachter der Handball-Szene vermuten: „Wir sind eine Wundertüte.“ Eine Bank ist dabei die durchaus erfahrene Mitte – besonders, wenn Novickis und Kübler wieder fit sind. Senden deutete enormes Potenzial an und Meurer gilt ohnehin als vielversprechendes Talent. Maik Schneider und Sebastian Linnemannstöns haben zudem langjährige Erfahrung, Kreisläufer Lars Jagieniak spielte zuletzt beim starken Zweitliga-Aufsteiger HSG Krefeld.

Es ist eine Mischung, die passen könnte. Am Samstagabend sind dahingehend alle ein wenig schlauer.

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