Handball : Leichlinger TV spielt gegen den Blues an

Die Drittliga-Handballer empfangen morgen Abend den Verfolger Wilhelmshaven im Smidt-Forum.

Es soll eine Art Testballon sein. "Wir wollen mal schauen, wie so etwas ankommt", sagt Trainer-Manager Frank Lorenzet dazu, dass die Band "Re Cover" engagiert wurde, um nach Spielende im Smidt-Forum aufzuspielen.

Vor ihrer Partie gegen den Wilhelmshavener HV hoffen sie beim Leichlinger TV, dass die Musiker im Anschluss ans Geschehen auf dem Feld zu den Notenblättern mit den Stimmungsliedern greifen werden – nicht zu denen mit dem Blues. Zumal das Spiel tabellarisch viel Brisanz birgt, nachdem der LTV sich in Edewecht "eine doppelte Niederlage" (Lorenzet) geleistet hat. Denn dadurch, dass seine Handballer beim 29:34 den direkten Vergleich gegen den Verfolger aus der Hand gegeben haben, "dürfen wir uns keine Niederlage mehr erlauben". Zudem hat der WHV Platz eins noch nicht abgeschrieben und benötigt morgen Abend (19.30 Uhr) einen Sieg, um nicht vorentscheidend abgehängt zu werden in der Tabelle. "Wir stehen unter Zugzwang und müssen jetzt unserer anderes Gesicht zeigen", sagt Lorenzet.

Wenig amüsiert ist er darüber, dass aus Wilhelmshaven Parolen zu hören sind, die die Leichlinger als großspurig erscheinen lassen. "Sie müssen selbst wissen und verantworten, was sie da verbreiten", kommentiert dies der LTV-Coach. Er dürfte sich eine sportliche Antwort auf das Gerede erhoffen und baut auf eine deutliche Leistungssteigerung der Seinen im Vergleich zum Duell mit Edewecht, aber auch im Vergleich zum Hinspiel (21:26). Mickrige 21 Tore – das hätte in dieser Saison in keiner Partie für einen Punkt gereicht. Exemplarisch für den schwachen Auftritt in Wilhelmshaven stand die Ausbeute von Jens Reinarz: Er verlebte seinen bislang einzigen Auftritt im LTV-Trikot ohne Feldtor.

Indes reist der WHV mit einer wenig furchteinflößenden Bilanz an: Zuletzt gelang ein Auswärtssieg im November, Gastspiele in Gummersbach, Gladbeck, Rheinhausen, Hagen gingen seither verloren. Derweil ist Leichlingen ohne Punktverlust in eigener Halle. "Aber auf solche Statistiken verlassen wir uns sicherlich nicht", mahnt Lorenzet. Er rechnet mit einer vollen Halle, rät zu frühzeitigem Ticketkauf (die Kasse öffnet um 18.30 Uhr). Für Stimmung in der Halle sollte also gesorgt sein, womöglich bis weit nach Spielende – sofern der LTV-Plan aufgeht, den Blues gemeinsam mit dem WHV gen Norddeutschland zu schicken.

(RP/rl)