Leichlinger TV: Personalnot zwingt Trainer Lars Hepp zum Umdenken

Viel Verletzte : Personalnot drückt die Stimmung beim LTV

Der von Verletzungspech gebeutelte Handball-Drittligist geht mit angeknackstem Selbstvertrauen in das Heimspiel gegen Schlusslicht Großenheidorn am Samstag. Von einer Favoritenrolle will Trainer Lars Hepp nichts wissen.

Noch vor wenigen Wochen wären Beobachter des Drittliga-Handballs wohl einer Meinung gewesen. Wenn der Aufsteiger MTV Großenheidorn zum Leichlinger TV reist, dann würde alles andere als ein Sieg der Blütenstädter eine große Überraschung bedeuten. Doch in der Zwischenzeit hat der LTV einige personelle Rückschläge hinnehmen müssen – und Lars Hepp klingt vor dem Heimspiel am Samstag (18 Uhr, Ostermann-Forum) so gar nicht wie ein Trainer, dessen Mannschaft vor Selbstbewusstsein strotzt. „Wir müssen uns irgendwie in die nächste Woche retten“, sagt der A-Lizenz-Inhaber, „wir sind sicher nicht der Favorit in diesem Spiel.“

Mit teilweise sieben Spielern arbeitete Hepp in dieser der Woche im Training – zu wenig, um einen angemessenen Betrieb aufrechtzuerhalten. „Es ist echt schwierig, aber wir müssen es nehmen, wie es ist. Zu meckern, hilft uns nicht weiter“, sagt Hepp. Der 40-Jährige schloss vor dem Spiel gegen den Liga-Neuling aus Niedersachsen zum wiederholten Mal nicht aus, Spieler aus der zweiten Mannschaft hochzuziehen. Was bei vielen anderen Vereinen problemloser vonstatten gehen dürfte, ist beim LTV ein Risiko: Die Reserve spielt in der Kreisliga – und damit weit unter dem Niveau der erfahrenen Drittliga-Truppe.

Dennoch dürften sich ein oder zwei Spieler aus dem Kreisliga-Kader am Samstag zumindest auf der Leichlinger Bank wiederfinden. Ob einer der zuletzt Angeschlagenen kurzfristig zurück in die Mannschaft rücken könnte, wird erst kurzfristig entschieden. „Spätestens in der nächsten Woche sind wir wieder besser aufgestellt“, prognostiziert Hepp. Dann kehrt Kris Zulauf nach überstandenem Muskelfaserriss zurück.

Auf Zugänge aus anderen Klubs verzichtete der LTV, der durch die Niederlage gegen den TSV GWD Minden II auf den vierten Tabellenplatz abgerutscht war. Sollten Hepp und Manager Niklas Frielingsdorf Verstärkung zu den Pirates lotsen wollen, müssten vereinslose Spieler reaktiviert werden. Das sei durchaus möglich, sagte Frielingsdorf.

Spielmacher Christoph Gelbke kam als zuvor vereinsloser Spieler an die Wupper und ist von den Folgen der Leichlinger Personalsorgen stark betroffen – vor allem körperlich. „Ich spüre das schon sehr. Zwei Spiele kriegt man immer irgendwie hin“, sagt der Rechtshänder, dem nach dem Ausfall von Valdas Novickis (Achillessehnenriss) eine große Verantwortung im LTV-Spiel zukommt. „Spannend wird, wie ich das in den nächsten Woche schaffe.“ Der 30-Jährige dürfte auch gegen Großenheidorn wieder Regisseur des LTV-Angriffs sein.

„Das Schöne ist, man kann so viel erzählen oder klagen, wie man will“, sagt Gelbke, „aber am Ende redet keiner mehr darüber, wenn wir das Spiel gewinnen. Das sollte unsere Herangehensweise für Samstagabend sein.“ Mut macht der Blick aufs Hinspiel: Das gewann der LTV knapp mit 36:34, damals erzielte David Wiencek neun Tore. Der Bruder des EM-Teilnehmers Patrick Wiencek hat den Verein mittlerweile aber wieder verlassen.