21:22 beim TuS Spenge : LTV lässt Kaltschnäuzigkeit vermissen

Die Verantwortlichen des Leichlinger Handball-Drittligisten haben in Sebastian Linnemannstöns den sechsten Zugang vorgestellt, der während der Saison kam. Die 21:22-Niederlage beim TuS Spenge konnte aber auch er nicht verhindern.

Die Drittliga-Handballer des Leichlinger TV sind aktuell ein steter Quell an Überraschungen: sportlich wie abseits der Halle. Am Samstag – beim 21:22 (13:11) bei Aufsteiger TuS Spenge – überraschten die Verantwortlichen erneut mit einer Neuverpflichtung: In Sebastian Linnemannstöns stand der nächste Zugang der Mannschaft von Trainer Lars Hepp auf dem Feld. Es ist bereits der sechste Spieler, den der Verein nach Saisonbeginn dazugeholt hat.

Gegen den formstarken Liga-Neuling gelang allerdings auch mit der Hilfe des ehemaligen Dormageners, der seine Karriere zuletzt für sein Studium unterbrach, kein Sieg. In diesem Jahr wartet der LTV noch auf eine Positiv-Serie, aktuell stehen neben zwei Siegen auch zwei Niederlagen zu Buche. „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt“, sagte Kapitän David Kreckler. Der Rechtsaußen war mit acht Treffern erneut einer der auffälligsten LTV-Akteure.

„Wir hätten höher führen müssen und haben später dann die Durchschlagskraft verloren“, sagte Kreckler. Erst drei Minuten vor Schluss geriet der Klub aus der Blütenstadt in Rückstand, traf durch Spielmacher Christoph Gelbke noch einmal das Lattenkreuz, schaffte die Wende aber nicht mehr. „Solche Spiele sind einfach sehr undankbar“, sagte Kreckler. Den dritten Platz in der Tabelle verloren die Blütenstädter vorerst an den TSV GWD Minden II – die Ostwestfalen besiegten den LTV zwei Mal in dieser Saison.

Ein Faktor für die Unbeständigkeit sind die zahlreichen Verletzungen. Tim Menzlaff steht mit einer maroden Hüfte vor dem Karriereende, Henning Padeken brach sich das Kahnbein, Valdas Novickis riss sich die Achillessehne und Bastian Munkel spielt erst seit zwei Wochen wieder – mit Schmerzen aufgrund einer entzündeten Leiste. Auch der Routinier, der die Pirates zum Saisonende verlässt, muss Ende März operiert werden. Zudem schmerzt Hendrik Rachow der Rücken. „Wenn die Quantität im Kader fehlt, muss der Rest eben über den Kampfgeist kommen“, forderte Kreckler. Trotzdem sei es natürlich schwer, wenn die halbe linke Seite ausfalle.

Abhilfe kann da Linnemannstöns schaffen, der mit Kreisspieler Alexander Kübler auf einen alten Bekannten aus Dormagener Tagen trifft. Vergangene Saison schafften beide erst den Aufstieg mit dem TSV Bayer, suchten dann aber das Weite. „Das ist natürlich ein Spieler, der uns weiterhilft und Erfahrung hat“, sagte Kreckler. Natürlich stimmen noch nicht alle Abläufe, aber daran arbeiten Hepp und sein Trainer-Team um „Co“ Björn Aust wohl mit Hochdruck. „Wir haben es gegen Spenge versäumt, den Sack zuzumachen“, sagte Aust. „Gegen Longerich müssen wir das nun besser machen.“

Das Derby gegen den Longericher SC aus Köln steht unter der Woche an. Am Dienstag (20 Uhr, Ostermann-Forum) empfangen die Leichlinger den Konkurrenten aus der Domstadt. Das Spiel sollte ursprünglich im Januar stattfinden, wurde wegen der Handball-WM aber verschoben. Keine einfache Aufgabe – als Außenseiter geht der LTV aber auch in dieses Spiel nicht.

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